DIE DREIFACHE SONNE UND DER AUFERSTANDENE CHRISTUS

GA 211/1922-04-24/p004 ·1922-04-24 · original (original)
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In jener alten Zeit, von der ich zuerst sprechen möchte, entwickelte sich im 0rient, in Asien eine Kultur, die ich in meinem Buche «Die Geheimwissenschaft> die urpersische Kultur genannt habe. Der Lehrer der Menschheit während dieser urpersischen Kultur war Zarathustra, Zoroaster. Es ist nicht jener Zarathustra, von dem die Geschichte erzählt, und der in etwas späterer Zeit lebte. Es ist ein viel älterer Lehrer der Menschheit. Aber es ist in jenen alten Zeiten durchaus so, daß die Schüler eines hohen bedeutenden Lehrers lange dessen Namen angenommen haben. Und so ist derjenige Mensch, der in der Geschichte Zarathustra genannt wird, der letzte der großen Zarathustra-Schüler. Zarathustra war in einer ganz besonderen Weise in die Geheimnisse des Daseins eingeweiht, und er konnte als ein großer Eingeweihter, als ein hervorragender Initiierter die Menschheit der damaligen Zeit lehren. Zarathustra wußte durch seine Initiation, daß an derjenigen Stelle des Raumes, wohin wir blicken, wenn wir die Sonne sehen, ein großer umfassender Weltengeist lebt. Zarathustra sah überhaupt nicht zuerst die physische Sonne, sondern Zarathustra sah an der Stelle, wo wIr heute durch das gewöhnliche Bewußtsein die physische Sonne sehen, einen großen umfassenden Weltengeist. Und dieser Weltengeist, der übte auf eine spirituelle Art seinen Einfluß auf Zarathustra aus. Und Zarathustra wußte dadurch, wie mit dem Schein, mit dem Glanz der Sonne, mit den Strahlen der Sonne auf die Erde auch die göttlich- geistigen Gnadenstrahlen kommen, welche in der Seele, in dem Geist des Menschen entzünden den höheren Menschen, zu dem sich der gewöhnliche Mensch hinaufringen soll. Und da man in jenen alten Zeiten die Initiierten nicht mit äußeren Namen nannte, sondern mit den- jenigen Namen, die ihnen zukamen durch das, was sie wußten, so wurde dieser große Eingeweihte von seinen Schülern genannt und so nannte er sich: Zarathustra, Zoroaster, der strahlende Stern. Aber gemeint war die strahlende Gottheit, die die Strahlen der Weisheit auf die Erde sendet. Es war im Verhältnis zu allen späteren Einweihungen, zu allen späteren Initiationen eine höhere Initiation. Denn in dem- jenigen, was Zarathustra in der geistigen Weltensonne sah, lagen ja alle Kräfte, welche auf der Erde die Steine erhärten lassen, welche die Pflanzen aus ihren Keimen hervorwachsen lassen, welche die verschiedenen Tierarten über die Erde ausbreiten, welche den Menschen wachsen und gedeihen lassen. Alles dasjenige, was auf der Erde geschah, wußte der älteste Zarathustra - der strahlende Stern - durch dasjenige, was er von der Sonne als geistiges Wesen erlebte.

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Cite: GA 211/1922-04-24/p004 · edition original