DIE DREIFACHE SONNE UND DER AUFERSTANDENE CHRISTUS

GA 211/1922-04-24/p010 ·1922-04-24 · original (original)
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Julian Apostata sagte, daß die Sonne drei Aspekte habe: einen des irdischen Athers, einen des dahinterstehenden Himmelslichtes und der chemischen und Wärme oder Feuer- und Lebenskräfte, und einen Aspekt ganz geistiger Wesenheit. Dafür wurde er hinweggeräumt. Und in der Tat, man muß ja sagen, in der damaligen Zeit war durchaus noch ein Augenblick in der Menschheitsentwickelung, in dem die allgemeine Menschheit nicht reif genug war, um solche bedeutsamen Wahrheiten zu empfangen. Aber etwas anderes, etwas außerordentlich Bedeutsames können wir sehen. In die griechische äußere, exoterische Kultur ist vieles übergegangen von dem, was enthalten war 1n diesen dreifachen Lehren des Zarathustra, des Osiris, des Anaxagoras, von der geistigen Sonne, von der elementarischen Sonne, von Zeus,dem sonnenhaften Erdenäther. Und wir haben nur deshalb eine so hohe griechische Kunst, eine so hohe griechische Philosophie, nur deshalb einen Plato und Aristoteles, weil vieles eingeflossen ist von jener alten Weisheit in diese Persönlichkeiten. Aber es war damals schon jene Zeit, in welcher die Initiationswahrheiten des Altertums nicht mehr genügend geschützt waren vor der Profanierung. Und so ist es gekommen, daß vieles von den Initiationsweisheiten übergegangen war an hervorragende Römer, namentlich an die römischen Kaiser,an die hervorragenden Führer des römischen Volkes. Höchstens noch Augustus aber hat zu schätzen gewußt dasjenige, was ihm mit der Initiationsweisheit übergeben worden war. Und deshalb war es auch, daß man im Römertum nicht erkennen konnte, wie in der griechischen Kunst, wie in der griechischen Weisheit esoterisch etwas enthalten war, was, richtig verstanden, in die ältesten Weisheitslehren zurückführte. Und so kam es, daß von dem ganz und gar prosaischen, ganz und gar halb-barbarischen Römertum aus, der äußere Glanz der griechischen Kultur übernommen worden ist, daß aber die Römer nicht in der Lage waren, dasjenige, was in der griechischen Kultur lebte, auf die Nachwelt in seiner wahren Gestalt zu überbringen. Und so ist es gekommen, daß dann mit dem Römertum jene alte Kultur nicht mehr übergehen konnte in das aufkommende Christentum, das sich anschloß an das Mysterium von Golgatha.

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