Siebenter Vortrag

GA 212/1922-05-27_02/p022 ·1922-05-27 · original (original)
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Wenn der Mensch genügend lange solche Übungen macht - genügend lange mußte auch der alte Yogi seine Übungen machen -, wenn er gewissermaßen den Schwung, den Rhythmus, die innere Qualitätsänderung: Rot, Blau; Blau, Rot; Hell, Dunkel; Dunkel, Hell erlebt kurz, wenn er solche Anweisungen befolgt, wie Sie ja einzelne in meinem Buche «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» finden; wenn der Mensch also stehenbleibend im Denken nun nicht gewissermaßen den Atem hineintreibt in den Nerven-Sinnesprozeß, sondern wenn er gleich beim Nerven-Sinnesprozeß beginnt und den Nerven-Sinnesprozeß selber in einen inneren Schwung und Rhythmus und in eine Qualitätsänderung hineinbringt, dann erlangt er gerade das Gegenteil von dem, was der alte Yogi erlangt hat. Der alte Yogi schaltete gewissermaßen den Denkprozeß mit dem Atmungsprozeß zusammen; er machte eines aus dem Denkprozeß und dem Atmungsprozeß. Wir versuchen heute den letzten Zusammenhang zwischen dem Atmungsprozeß und dem Denkprozeß, der ja ohnehin sehr unbewußt ist, noch zu lösen. Wenn Sie im gewöhnlichen Bewußtsein sind, wenn Sie im gewöhnlichen Bewußtsein nachdenken über Ihre natürliche Umgebung, so haben Sie niemals in Ihren Vorstellungen etwa einen bloßen Nerven-Sinnesprozeß, sondern da geht immer noch der Atem hinein. Sie denken, indem fortwährend Ihr Atem Ihren Nerven-Sinnesprozeß durchwellt und durchströmt.

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Cite: GA 212/1922-05-27_02/p022 · edition original