{"corpus":"steiner","locus":"GA 212/1922-05-28_02/p036","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Ja, meine lieben Freunde, mit diesem Nicht-Interessiertsein hat es so eine eigentümliche Bewandtnis. Es ist ja eigentlich diese zweite Strömung des anthroposophischen Lebens von uns nicht gesucht worden, sondern sie ist an uns herangekommen. Anthroposophie hat heute ja eine so verbreitete Literatur, daß heute schon viel mehr Leute in der Welt Anthroposophie kennen, als man denkt. Sie wagen sich nur nicht hervor. Aber es ist immerhin doch eine Seltenheit, daß solch ein Buch wie meine «Geheimwissenschaft im Umriß», das schwer zu lesen ist - es sollte ja schwer zu lesen sein! -, das gar nicht so abgefaßt ist, daß es sich in liebenswürdiger Weise in die Seele stiehlt — Reiseliteratur ist es ja nicht gerade -, daß das seit dem Jahre 1909 bis jetzt fünfzehn Auflagen erlebt hat, die nun vergriffen sind. Also, Anthroposophie kam hinaus in die Welt, und da war es selbstverständlich, daß sie auch wissenschaftlich oder pseudowissenschaftlich geschulten Menschen bekannt wurde. Und man stand eben eines Tages davor, sich sagen zu müssen: Die anderen Leute ziehen Anthroposophie in den gegenwärtigen wissenschaftlichen Betrieb hinein. — Das war ja keine Sache der Wahl. Es war ja durchaus so, daß man eines Tages vor der vollendeten Tatsache stand. Anthroposophie wurde, wenn auch heute nur höchst unzulänglich noch, wissenschaftlich geprüft, wissenschaftlich abgekanzelt, wissenschaftlich kritisiert, wurde vor der Wissenschaft zur Verantwortung gezogen. Da ist es nun wiederum auf der anderen Seite natürlich gewesen, daß eine Anzahl der jüngeren Freunde einen anderen Weg einschlugen als ältere Wissenschaftler unserer Bewegung.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Achter Vortrag","site_heading":null,"date":"1922-05-28","location":null,"word_count":246,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/212/1922-05-28_02/p036","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/212/1922-05-28_02/p036"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/212/1922-05-28_02/p036","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null},"unit_kind":{"kind":"second_translation","base_unit":"GA 212/1922-05-28","note":"A second English translation of the same lecture as 1922-05-28.","same_lecture_as":"GA 212/1922-05-28"}}