Achter Vortrag

GA 212/1922-05-28_02/p039 ·1922-05-28 · original (original)
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Dasjenige, was eine Schwierigkeit ist, liegt eigentlich ja woanders; es liegt nicht so sehr in diesen zwei Strömungen, die Sie ja überall sehen können und über die Sie Ihre mehr oder weniger gemischten Gefühle haben. Meine lieben Freunde, nicht so sehr über diese zwei Strömungen wollte ich sprechen, sondern sprechen wollte ich über dasjenige, worauf es mir ankommt in der Gegenwart. Man erlebt heute, indem man das anthroposophische Leben mitmacht, auf der einen Seite die Fortsetzung der alten Esoterik und auf der anderen Seite das exoterische, wissenschaftliche Streben. Dazwischen ist heute noch ein Abgrund; es ist keine Verbindung. Und das ist dasjenige, was vor allen Dingen in Betracht gezogen werden soll. Wir haben sehr bedeutsame, schöne Auseinandersetzungen anthroposophischer Art in den einzelnen Wissenschaften, und wir haben auf der anderen Seite die Fortsetzung der alten Esoterik. Aber wir haben einfach heute noch nicht genug Menschen und Arbeitskräfte, durch die die Brücken gezogen werden könnten über den Abgrund, der dazwischen klafft. Sehr schön reden heute einzelne über Anthroposophie in der Botanik, über Anthroposophie in der Chemie, über Anthroposophie in der Physik und so weiter. Man kann auch die alte Esoterik fortsetzen, aber es führt keine Brücke von dem einen zu dem anderen, und daher kennen sich so viele nicht mehr aus. Diese Brükke ist natürlich durchaus möglich, diese Brücke muß auch einmal gezogen werden; aber heute klafft noch ein Abgrund, und die aktiven Arbeiter unter uns sind eben noch zu wenige, als daß auf allen Gebieten dasjenige geschehen könnte, was eigentlich geschehen sollte. Über solche Mängel - denn es sind ja Mängel -, über solche Mängel wird aber noch stark hinweggesehen.

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Cite: GA 212/1922-05-28_02/p039 · edition original