{"corpus":"steiner","locus":"GA 214/1922-08-05/p005","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Die Gedanken, die wir haben, die würden nun geradeso verklingen wie die Nachbilder der Augen, wenn sie nicht von unserem Geistorganismus übernommen und von ihm verarbeitet würden. Aber der Geist-Organismus könnte nicht viel mit diesen Bildern anfangen, wenn nicht noch etwas anderes stattfände. Während wir nämlich diese Bilder wahrnehmen, die wir dann zu diesen flüchtigen Gedanken machen, die eigentlich nur in unserem Kopfe sitzen, bekommen wir geradeso wie wir durch das Auge die Bilder bekommen, die wir dann zu Gedanken verarbeiten, außer dem Bilde noch — denn die Augenbilder erhalten wir ja von der physisch-ätherischen Welt - von der übrigen Welt das Geistige in uns hinein, so daß wir nicht nur in uns den Geist tragen, sondern daß fortwährend auch der übrige Geist der Welt in uns hineinkommt. Sie können also sagen: Mit dem Auge nehmen Sie aus der physisch-ätherischen Welt irgend etwas wahr, was in Ihnen als Bildwirkung ist; aber dahinter steht ein sehr realer geistiger Vorgang, der nur im Unbewußten bleibt. Der Mensch kann ihn mit dem gewöhnlichen Bewußtsein nicht wahrnehmen. Das ist, durchaus parallel laufend der physischen Wahrnehmung, ein geistiger Vorgang. Und während Sie das Bild wahrnehmen, das kurze Zeit nachklingt im Auge, während Sie den Gedanken haben, den Sie ein bißchen behalten würden, aber der auch abklingen würde, geht da in Ihnen etwas Geistiges vor, und wenn Sie sich wieder erinnern, so wenden Sie einfach den Blick nach innen und schauen das an, was geistig im Inneren vorgegangen ist, während Sie wahrgenommen haben.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Fünfter Vortrag","site_heading":null,"date":"1922-08-05","location":null,"word_count":247,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/214/1922-08-05/p005","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/214/1922-08-05/p005"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/214/1922-08-05/p005","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}