{"corpus":"steiner","locus":"GA 214/1922-08-05/p009","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"So ist der Mensch auf dem Wege, den Menschen kennenzulernen, weil er seinen Ausgangspunkt allmählich von außerhalb des Menschen nimmt. So daß also das allgemeine Menschenschicksal ist, aus dem Ätherleib immer mehr und mehr herauszukommen und den Menschen kennenzulernen. Aber das ist natürlich etwas, was mit einer gewissen Gefahr verbunden ist. Man verliert allmählich - oder wenigstens ist die Möglichkeit vorhanden, den Zusammenhang zu verlieren mit seinem ätherischen Leibe. Es ist eben im Weltenschicksal der Menschheit dem abgeholfen worden durch das Mysterium von Golgatha. Während der Mensch vorher die Götterschicksale außen gesehen hat, ist er seither dazu veranlagt, sein eigenes Welten-Menschenschicksal zu sehen. Aber indem er immer mehr und mehr aus sich herausgeht und das Mysterium von Golgatha so verstanden wird, wie es Paulus haben wollte: «Nicht ich, sondern der Christus in mir», kommt der Mensch durch seine Verbindung mit dem Christus wieder in das Menschliche hinein. Also gerade durch das Christus-Erlebnis kann er dieses allmähliche Herausgehen ertragen. Aber dieses Christus-Erlebnis muß eben immer intensiver und intensiver werden. Deshalb, als im Verlaufe des Weltenschicksals die äußere Götterwelt immer mehr und mehr abdämmerte, dämmerte im Menschen die Möglichkeit auf, nun ein Götterschicksal zu haben, das sich auf der Erde selbst abgespielt hat, das also mit dem Menschen ganz verbunden ist.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Fünfter Vortrag","site_heading":null,"date":"1922-08-05","location":null,"word_count":209,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/214/1922-08-05/p009","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/214/1922-08-05/p009"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/214/1922-08-05/p009","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}