{"corpus":"steiner","locus":"GA 214/1922-08-05/p010","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Es ist so, daß, wenn wir den alten Menschen vorstellen, er seine Götterwahrnehmungen um sich herum hatte. Er bildete sie sich aus den Bildern. Es war seine Mythologie, der Mythos. Diese Götterwahrnehmungen sind abgedämmert. Es ist gewissermaßen nur die physische Welt um den Menschen herum. Aber dafür hat er die Möglichkeit, jetzt sich in seinem Inneren zu verbinden mit einem Götterschicksal, mit dem Durchgehen des Gottes durch den Tod, mit der Auferstehung des Gottes. Nach außen hat der Mensch sein Geistesauge gelenkt in alten Zeiten, sah Götterschicksale, bildete sich daraus den Mythos, der in Bildern erlebt wird, in fluktuterenden Bildern, den Mythos, der vielgestaltig sein kann, weil er im Grunde genommen in der Geistwelt in der verschiedensten Weise lebt. Man möchte sagen, es war diese Götterwelt etwas, was mit einem gewissen Grad von Undeutlichkeit schon für den Erdenmenschen wahrnehmbar war, als er sie in seinem instinktiven Hellsehen wahrnahm. Daher bildeten die Menschen nach ihren verschiedenen Charakteren die Bilder von dieser Götterwelt verschieden aus. Die Mythen der verschiedenen Völker sind dadurch verschieden geworden. Der Mensch nahm eine wahre Welt war, aber diese wahre Welt mehr in Träumen, die jedoch von der Außenwelt kamen. Es waren Bilder von größerer oder geringerer Deutlichkeit, aber die Deutlichkeit war nicht groß genug, um für alle Menschen eindeutig zu sein.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Fünfter Vortrag","site_heading":null,"date":"1922-08-05","location":null,"word_count":214,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/214/1922-08-05/p010","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/214/1922-08-05/p010"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/214/1922-08-05/p010","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}