Sechster Vortrag

GA 214/1922-08-06/p013 ·1922-08-06 · original (original)
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Es kann natürlich jemand von Oswald Spenglerischem Seelenkaliber sagen: Man durchschaut ja mit dem gewöhnlichen Denken auch nicht, wie die Elastizitätskraft da drinnen wirkt, wie da drinnen die Zusammenhänge im tieferen Sinne sind. Ja, derjenige, der so denkt, weiß eben nicht, worauf es bei der Durchsichtigkeit des Denkensgegenwärtig ankommt. Denn ein solcher Einwand wäre nicht mehr wert und auch nicht weniger wert als der, den jemand machte, wenn ich sage: Ich verstehe einen Satz, der auf Papier niedergeschrieben ist — und er antwortet mir: Du verstehst ihn doch nicht, denn du hast nicht untersucht die Beschaffenheit der Tinte, mit der der Satz aufgeschrieben ist! - Es kommt eben immer darauf an, daß man das herausfindet, um was es sich handelt. Bei dem Überblicken der unorganischen Natur handelt es sich nicht um dasjenige, was man eventuell als Kraftimpulse dahinter noch finden kann, wie es hinter dem Aufgeschriebenen sich auch nicht um die Tinte handeln kann, sondern um das, was man durchsichtig in seinem Gedankenprozesse drinnen hat.

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Cite: GA 214/1922-08-06/p013 · edition original