Sechster Vortrag

GA 214/1922-08-06/p039 ·1922-08-06 · original (original)
Record: unknown. How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.

Daher ist alles das, was hier Oswald Spengler entwickelt über diese ins Denken umgewandelte Lichtwelt, im Grunde genommen nichts als ein außerordentlich geistreiches Geschwätz! Das ist dasjenige, was durchaus einmal ausgesprochen werden muß: die Einleitung zu diesem zweiten Bande ist geistreiches Geschwätz. Dieses geistreiche Geschwätz erhebt sich dann zu solchen Behauptungen, wie: «Diese Verarmung des Sinnlichen bedeutet zugleich eine unermeßliche Vertiefung. Menschliches Wachsein ist nicht mehr die bloße Spannung zwischen Leib und Umwelt. Es heißt jetzt: Leben in einer rings geschlossenen Lichtwelt. Der Leib bewegt sich im gesehenen Raume. Das Tiefenerlebnis ist ein gewaltiges Eindringen in sichtbare Fernen von einer Lichtmitte aus: es ist jener Punkt, den wir Ich nennen. «Ich» ist ein Lichtbegriff.»

Read this passage in another edition
DEoriginalENEnglish
Raw JSON: /v1/steiner/de/ga/214/1922-08-06/p039.json
Cite: GA 214/1922-08-06/p039 · edition original