Siebenter Vortrag

GA 214/1922-08-09/p023 ·1922-08-09 · original (original)
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Sehen Sie, wenn da in solchen Geheimgesellschaften nach alter Tradition - es ist ja unglaublich, wie «alt» und «geheiligt» alle diese Kulte der Geheimgesellschaften sein sollen -, wenn da im Sinne alter Tradition Kulte veranstaltet wurden, oder Lehren gegeben wurden, wenn man da dasjenige entwickelte, was so heraufgetragen war als ein nicht mehr verstandener Nachklang der alten Mysterien, so war das gewissen elementarischen Wesen gerade recht. Denn indem die Menschen allerlei verrichteten, sagen wir, indem sie vor irgendeiner Messe saßen, die zelebriert wurde, und nichts mehr davon verstanden, so hatten die Menschen ja etwas ungeheuer Weisheitsvolles vor sich: sie waren dabei, verstanden zwar nichts, aber ihr Verstehen wäre möglich gewesen. Da kamen dann diese Elementarwesen, und wenn die Menschen nicht dachten über eine Messe, da dachten diese Elementarwesen dann mit dem menschlichen Verstand, den die Menschen nicht anwendeten. Die Menschen hatten immer mehr und mehr den freien Verstand ausgebildet, aber sie brauchten ihn nicht. Sie setzten sich lieber hin und ließen sich durch Tradition etwas vormachen. Sie dachten nicht, die Menschen. Es ist ja heute noch immer so, obwohl heute durchaus die Verhältnisse ganz anders werden, daß die gegenwärtigen Menschen ungeheuer viel denken könnten, wenn sie sich ihres Verstandes bedienen wollten. Aber sie mögen es nicht, sie tun es nicht, sie sind einem scharfen Denken abgeneigt. Sie sagen gern: Ah, da muß man sich anstrengen, das ist abstrakt, das ist etwas, wo man innerlich arbeiten muß!

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Cite: GA 214/1922-08-09/p023 · edition original