{"corpus":"steiner","locus":"GA 214/1922-08-30/p041","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Denken Sie sich eine Wiese, auf dieser Wiese Pflanzen; es geht von jeder Pflanzenblüte, auch von denjenigen Blüten, die auf Bäumen sind, zunächst eine Art Spirallinie aus, die sich in den Weltenraum hinausschwingt. Diese Spirallinien enthalten die Kräfte, durch welche der Kosmos auf der Erde das Pflanzenwachstum regelt und bewirkt. Denn die Pflanzen wachsen nicht bloß aus ihrem Keim heraus, die Pflanzen wachsen aus den kosmischen, spiralig die Erde umgebenden Kräften. Aber diese Kräfte sind auch im Winter da, auch in der Wüste da, auch wenn die Pflanzen nicht da sind. Um in die Planetenbewegungen hineinzukommen, muß der Mensch diese Pflanzenspiralkräfte jede Nacht benützen wie eine Leiter. Er steigt also durch das Leiterhafte der Pflanzenspiralkräfte in die Bewegungen der Planetenwelt hinauf. Und mit jener Kraft, welche die Pflanze aus ihrer Wurzel heraus nach oben wachsen läßt — sie muß ja eine Kraft anwenden, damit sie nach oben wachsen kann —, mit dieser Kraft wird der Mensch in die zweite Sphäre, die ich geschildert habe, hineingetragen. Und in der Tat, wenn wir diejenigen Erlebnisse, die ich Ihnen geschildert habe, wo der Mensch in eine gewisse Ängstlichkeit kommt und sagt: Ein Nebelgebilde im allgemeinen kosmischen Nebel bin ich, ich muß im Schoße der Gottheit ruhen -, wenn wir das mit Bezug auf die Erdenverhältnisse ins Auge fassen, so sagt sich wiederum die Seele: Ich ruhe in all dem, was als der kosmische Segen über einem Saatfelde liegt, wenn es blüht, was über der Wiese liegt, wenn sie blüht. Alles dasjenige, was sich da zu den Pflanzen heruntersenkt und in spiraligen Kräftelinien sich auslebt, alles das ist im Grunde genommen der Gottheitsschoß, der in sich belebte, regsame Gottheitsschoß, in den sich der Mensch zunächst in jeder Schlafenszeit eingebettet fühlt.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Elfter Vortrag","site_heading":null,"date":"1922-08-30","location":null,"word_count":286,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/214/1922-08-30/p041","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/214/1922-08-30/p041"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/214/1922-08-30/p041","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null},"also_served_as":{"lectures":["1922-08-30_02"],"note":"The identical text is also served under the loci listed here. They are the SAME witness under different ids, not independent attestations: do not cite two of them as corroborating each other."}}