Seelenübungen des Denkens, Fühlens und Wollens

GA 215/1922-09-07/p019 ·1922-09-07 · original (original)
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Man versuche, Vorgänge der äußeren Welt, die man sonst so verfolgt, wie sie — das Frühere zuerst, das Spätere nachher — aufeinanderfolgen, die man so auch mit dem Denken verfolgt, man versuche, diese Vorgänge in rückläufiger Art so vorzustellen, daß man das Letzte zuerst, dann das unmittelbar Vorhergehende, dann das weiter Vorhergehende bis zum Ersten hin rückläufig vorstellt. Dadurch führt man durch eine Willensanstrengung in der Seele dasjenige aus, was man im gewöhnlichen Bewußtsein nicht ausführt. Im gewöhnlichen Bewußtsein folgt man mit dem Willen, der im Denken lebt, dem Verlauf der äußeren Vorgänge. Durch dieses Rückwärtsdenken, Andersdenken, als der Tatsachenverlauf in der Natur ist, reißt man den Willen los von dem physischen und ätherischen Organismus, und dadurch verbindet man den Willen, der sonst nur ein Abglanz des astralischen Organismus ist, mit diesem astralischen Organismus. Und da der astralische Organismus durch die anderen Meditationen herausgeht aus dem physischen und ätherischen Organismus, so nimmt man den Willen mit hinaus aus dem physischen Organismus in die spirituelle Welt draußen. Indem man so den Willen aus dem eigenen Organismus im astralischen Leibe heraustreibt, nimmt man auch das, was der eigentliche Geistesmensch oder das Ich ist, so mit hinaus aus dem physischen und ätherischen Organismus, daß man nun mit dem Ich und mit dem astralischen Organismus in der spirituellen Welt mit den spirituellen Wesenheiten zusammenleben kann. So wie man in der physischen Welt in seinem eigenen Leibe allein lebt, so lernt man jetzt durch eine solche Ausbildung des Seelenlebens zusammenzuleben draußen, in der spirituellen Außenwelt, mit allen den Wesenheiten, die sich zuerst geoffenbart haben in der Imagination und in der Inspiration. Dadurch gelangt man dazu, ein von der eigenen Körperlichkeit unabhängiges Leben in der geistigen Welt zu führen.

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Cite: GA 215/1922-09-07/p019 · edition original