Erkenntnis- und Willensübungen
Was an inspirierter Erkenntnis durch die charakterisierten Übungen entwickelt wird, macht den Menschen nur bekannt mit der astralischen Organisation des Erdenlebens. Man lernt erkennen, was man als geistig-seelisches Wesen in seiner Entwickelung ist von der Geburt bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt, aber von dem, was man auf diese Weise erkennt, ist man aus diesen Erkenntnissen heraus noch nicht in der Lage, zu sagen, daß es mit dem Erdenlauf beginnt und auch mit dem Erdenlebenslauf endigt. Man kommt da sozusagen zu dem Geistig-Seelischen in seinem Erdenleben, aber man kommt nicht dazu, dieses Geistig-Seelische als ein Ewiges, als den ewigen Wesenskern des Menschen zu durchschauen. Dazu ist notwendig, daß die Übungen im Fortschaffen der durch die Meditation herbeigeführten Bilder so fortgesetzt und erweitert werden, daß die Seele immer kräftiger und energischer wird in diesem Fortschaffen. Dieses Weiterführen kann zunächst in nichts anderem bestehen als in fortdauerndem energischem Üben. Man muß immer und immer wieder sich anstrengen, solche Bilder, die durch das imaginative Bewußtsein entweder herbeigeführt oder geschaffen werden, mit einer Kraft aus dem Bewußtsein fortzuschaffen, so daß das Bewußtsein ein leeres wird. Nach und nach verstärkt sich die Kraft der Seele in diesem Fortschaffen so, daß sie zuletzt eine so große ist, daß man jenes eine große Bild des Lebenslaufes selbst seit der Geburt, das man durch Imagination vor die Seele hingestellt erhält, nun auch weg schaffen kann.
Cite:
GA 215/1922-09-09/p005 · edition original