Erkenntnis- und Willensäbungen

GA 215/1922-09-09/p014 ·1922-09-09 · original (original)
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Das lehrt die Intuition. Auf diese Art aber, da man durch sie die wahre Wesenheit des menschlichen ewigen Wesenskernes kennenlernt, insofern er ein Leben nach unserem physischen Tode zu führen hat, lernt man auch dasjenige erkennen, was hinter dem menschlichen Wollen steckt. Was hinter dem menschlichen Denken steckt, ist soeben charakterisiert worden; das ist durch die Inspiration erkennbar. Was hinter dem menschlichen Wollen steckt, wird erkennbar, wenn man durch Willensübungen die Intuition herbeiführt. Dann enthüllt sich einem das Wollen so, daß hinter ihm etwas ganz anderes steckt, von dem das Wollen des gewöhnlichen Bewußtseins lediglich der Abglanz ist. Dann zeigt sich nämlich, daß das Wollen etwas hinter sich hat, das in gewissem Sinne ein jüngeres Glied des menschlichen Seelenlebens ist. Wenn wir vom Denken und vom Vorstellen als einem Ersterbenden, ja als von einem schon Toten sprechen und es ansehen als den älteren Teil der menschlichen Seele, dann müssen wir demgegenüber das Wollen als den jüngeren Teil der Menschenseele ansprechen. Wir können sagen, daß das Wollen, beziehungsweise das, was als eigentliches Seelisches hinter dem Wollen steckt, sich zu dem Denken so verhält wie ein junges Kind zu einem Greise. Nur ist, wenn wir auf Kind und Greis hinschauen, in der menschlichen Organisation die Greisenorganisation eigentlich zeitlich nach der kindlichen Organisation vorhanden. Im Seelischen dagegen bestehen das Kindliche und das Greisenhafte nebeneinander. Die Seele hat ihr Alter und ihre Jugend, ja sogar ihren Tod und ihre Geburt fortwährend in sich.

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