Erkenntnis- und Willensübungen

GA 215/1922-09-09/p016 ·1922-09-09 · original (original)
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So lernt man auf diese Weise hineinschauen in die Seele und lernt sie eigentlich erst wirklich kennen. Dann enthüllt sich einem der wollende Teil der Menschenseele als etwas, was ein embryonales Leben führt. Wenn wir mit dem, was wir als ein Wollen in uns haben, hinausgehen in die geistige Welt, dann haben wir eine jugendliche Seele, die uns durch ihren eigenen Charakter darüber belehrt, daß sie eigentlich ein Kind ist. Und ebensowenig, wie wir von einem Kinde annehmen können, daß es nicht weiter wachse zum Greise hin, wenn es nicht gerade krank ist, ebensowenig können wir von dem, was wir als jugendliche Seele erkennen, nun annehmen - das enthüllt uns die Intuition -, daß sie sich mit dem Tode auflöst, denn sie hat ja erst ihr embryonales Leben erreicht. Wir lernen durch die Intuition kennen, wie sie mit dem Todesmoment hinausgeht in die geistige Welt. Das heißt, wirklich den ewigen Wesenskern des Menschen erkennen nach seiner Ungeborenheit und nach seiner Unsterblichkeit. Demgegenüber arbeitet die moderne Philosophie nur in Ideen, die dem gewöhnlichen Bewußtsein entnommen sind. Was heißt das aber: Ideen, die dem gewöhnlichen Bewußtsein entnommen sind? Nun, wir können es ja aus dem Angeführten sehen: das sind tote Seelenwesenheiten.

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Cite: GA 215/1922-09-09/p016 · edition original