Erkenntnis- und Willensübungen

GA 215/1922-09-09/p017 ·1922-09-09 · original (original)
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Wenn also diese mit Ideen des gewöhnlichen Bewußtseins arbeitende Philosophie den denkenden Teil der Seele richtig anschauen will, um zu Ergebnissen zu kommen, so wird sie, wenn sie unbefangen genug dazu ist, rein durch die Untersuchung dessen, was im Denken und Vorstellen des gewöhnlichen Bewußtseins vorliegt, sich sagen: Das erklärt sein Dasein nicht aus sich selber -, gerade so, wie man bei einem Leichnam sich sagen muß: Der kann nicht aus einem Leichnam entstanden sein, der muß aus etwas anderem entstanden sein. — Die Physiologie weist durch Anschauung darauf hin. Die Philosophie sollte aus dem, was hier durch Intuition vorliegt, den Schluß ziehen: Gerade deshalb, weil das gewöhnliche Denken und Vorstellen einen ersterbenden Charakter hat, darf ich bei ihm auf ein Vorhergehendes schließen. — Was die Inspiration durch Anschauung ergründet, das kann die Philosophie durch logische Schlüsse, durch Dialektik, das heißt auf indirekte, beweisende Art finden.

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