{"corpus":"steiner","locus":"GA 215/1922-09-09/p023","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Diese rationelle Kosmologie, die ein Teil der Philosophie sein sollte, wurde von den Philosophen auch nur mit Hilfe des gewöhnlichen Bewußtseins ausgebildet. Aber wenn man schon mit der gewöhnlichen Philosophie die eben charakterisierten Schwierigkeiten hatte, zur wahren Wesenheit der Seele vorzudringen, so wird man verstehen, daß es ganz unmöglich ist, einen wirklichen Inhalt für eine Kosmologie zu gewinnen, die den Menschen mitumfaßt, wenn man sich nur in den Ideen des gewöhnlichen Bewußtseins bewegen will. Die rationelle Kosmologie, welche die Philosophen noch bis vor kurzer Zeit ausgebildet haben, lebte daher ihrem Inhalte nach in Wahrheit von den aus der Tradition empfangenen kosmologischen Ideen, die von der Menschheit gewonnen worden sind, als noch ein traumhaftes Hellsehen vorhanden war, und die nur erneuert werden können durch das, was hier als exakte Clairvoyance geschildert wird. Die Philosophen haben auch auf diesem Gebiete nicht gewußt, daß sie eigentlich Anleihen machten bei der alten Kosmologie. Sie bekamen gewisse Ideen; diese nahmen sie auf aus der Geschichte der Kosmologie und glaubten, sie hätten diese Ideen aus sich selber heraus produziert. Aber was sie herausbrachten, waren nur logische Zusammenhänge, durch die sie die alten Ideen zusammenstellten und etwa eine neue Systematik brachten. So entstanden solche Kosmologien in früheren Zeiten als Teil der Philosophie, aber da man kein lebendiges Verhältnis mehr hatte zu dem, was man als Ideen aufnahm, was man aus dem alten Hellsehen herübernahm, so wurden die Ideen der Kosmologien immer abstrakter.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Erkenntnis- und Willensübungen","site_heading":null,"date":"1922-09-09","location":null,"word_count":235,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/215/1922-09-09/p023","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/215/1922-09-09/p023"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/215/1922-09-09/p023","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}