Erkenntnis- und Willensäbungen
Zu einer erkenntnismäßigen Grundlage des religiösen Lebens ist notwendig, daß die Erlebnisse, die der geistige Mensch unter den geistigen Wesenheiten machen kann, in das Erdenleben hereingetragen und innerhalb desselben geschildert werden. Man hat es in diesen ErJebnissen mit etwas zu tun, was dem irdischen Leben völlig unähnlich ist, von ihm ganz verschieden ist. Man hat es mit etwas zu tun, worinnen der Mensch eigentlich nur außerhalb des irdischen Lebens steht, was daher auch nur erfaßt werden kann mit denjenigen Menschenkräften, die ganz unabhängig sind von dem physischen und ätherischen menschlichen Organismus, die also ganz gewiß nicht innerhalb des gewöhnlichen Bewußtseins liegen können. Nur wenn dieses gewöhnliche Bewußtsein zu hellseherischen Fähigkeiten aufsteigt, kann es Schilderungen derjenigen Erlebnisse entwerfen, die der Mensch in der rein geistigen Welt macht. Daher ist eine «rationelle Theologie», eine Theologie, welche sich bloß auf das gewöhnliche Bewußtsein stützen will, in einer noch übleren Lage als eine «rationelle Kosmologie».
Cite:
GA 215/1922-09-09/p029 · edition original