Erkenntnis- und Willensübungen

GA 215/1922-09-09/p032 ·1922-09-09 · original (original)
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Dieses unmittelbare Verhältnis, diese lebendigen Beziehungen zu dem Erleben in der geistigen Welt waren der neueren Menschheit eigentlich schon in dem Zeitalter hingeschwunden, als im Mittelalter die Gottesbeweise aufkamen. Solange ein unmittelbares Verhältnis zu dem im Gottesreich Erlebten vorhanden war, redete man nicht von dialektischen oder logischen Gottesbeweisen. Die Gottesbeweise selbst sind ein Beweis dafür, daß, als sie aufkamen, das lebendige Verhältnis zum Gottesreich erstorben war. Im Grunde genommen hatte die scholastische Theologie recht, die sagte: Die gewöhnliche Vernunft ist nicht imstande, etwas auszusagen über das Gottesreich; sie kann nur die Ideen, die schon da sind, verdeutlichen, in ein System bringen. Sie kann nur etwas beitragen, um die Lehrgestalt in eine dem Menschen annehmbare Form zu bringen.

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