Das Schicksal des Ich-Bewußtseins im Zusammenhang mit dem Christus-Problem
Das alles fällt während des gewöhnlichen wachen Bewußtseins weg. Nicht die Tätigkeit des ätherischen Leibes kommt im Wachbewußtsein zum Erlebnis, die das dem eigenen Lebenslauf zugrunde liegende reale Geschehen bedeutet, nicht die Impulse der Planetenbewegungen, die in unseren Atmungsströmungen als Reize leben, die in unserer Blutzirkulation pulsieren, nicht diese ganze Tätigkeit des astralischen Organismus kommt im gewöhnlichen Wachbewußtsein zum Erlebnis, und auch nicht das, was sich in den Konstellationen der Fixsterne ausspricht und sich nachbildet in dem ewigen Wesenskern des Menschen, in seiner Ich-Wesenheit, was den Menschen, wenn er es erlebte, dazu veranlassen würde, zu sagen: Ich bin gottdurchdrungen. -— Auch das kommt nicht im gewöhnlichen Bewußtsein zum Erlebnis, denn die Tätigkeit des ätherischen Organismus, die Tätigkeit des astralischen Organismus, die Tätigkeit der Ich-Wesenheit, die im gewöhnlichen Wachzustande ausgeführt werden, beziehen sich in dieser Weise auf den physischen Organismus, wie ihn der Mensch mit dem Erwachen jeden Morgen neu um sich kleidet. Mit denjenigen Kräften jedoch, die der Mensch sich im Schlafesleben angesammelt hat aus den Sternenwelten heraus, die ihm aus den Planetenbewegungen geworden sind, durchdringt er tätig seinen physischen Organismus. Und gerade dadurch, daß der Mensch tätig seinen physischen Organismus durchdringt, daß diese Tätigkeit seiner drei seelischen Teile - ätherischer Organismus, astralischer Organismus und Ich-Wesenheit — auf den physischen Organismus vom Aufwachen bis zum Einschlafen wirkt, dadurch wird der physische Organismus so bearbeitet, daß in dem, was dann in ihm selber als reine Tätigkeit entsteht, die Veranlassung dazu liegt, daß sich alles Seelenleben ausgestalten kann in den Vorstellungen, in den Gedanken, die vom physischen Leibe in die Seele zurückgeworfene Reflexbilder sind. Der Mensch hat von seinem eigenen wirkenden Lebenslauf, von den Planetenbewegungen und von der Fixsternwelt kein Bewußtsein, weil während des Wachlebens alle Tätigkeit seines Inneren auf den physischen Leib reflektiert wird. Dieser physische Leib trägt durch seine Sinne die Wirkungen der Außenwelt in das physische Innere hinein: durch das Auge strömen die Erscheinungen des Lichtes herein, durch das Ohr die Erscheinungen der Tonwelt, durch den Wärmesinn strömen die Realitäten von Wärme und Kälte herein und so weiter. Das alles wird im physischen Organismus durch diejenige Tätigkeit, die das Seelische ausübt, als Gedanken gespiegelt, und die Seele erlebt diese Reflexgedankenwelt in ihrem klaren gewöhnlichen Bewußtsein.
Cite:
GA 215/1922-09-14/p005 · edition original