Das Schicksal des Ich-Bewußtseins im Zusammenhang mit dem Christus-Problem
Studieren wir einmal, was eigentlich diese Dreiheit von ätherischem Organismus, astralischem Organismus und Ich-Wesenheit in ihrem Zusammenwirken im physischen Kopforganismus des Menschen zunächst bewirken. Da stellt sich nämlich heraus, daß die Tätigkeit, welche durch diese Dreiheit am menschlichen Kopforganismus ausgeübt wird, eine abbauende ist. Würde allein der menschliche ätherische Organismus den physischen Organismus durchdringen, dann würde in dem physischen Kopforganismus auch eine fortwährende aufbauende Lebenstätigkeit sein; es würde sozusagen die Kopftätigkeit von Leben ganz erfüllt sein. Aber in diesem Falle käme kein physisches Bewußtsein zustande. Ein physisches Bewußtsein kommt nur dadurch zustande, daß der astralische Organismus eingreift in die Kopforganisation. Und dieser astralische Organismus ist auf dasjenige eingestellt, hinorganisiert, das wir ja schon kennengelernt haben: er ist hinorganisiert auf das vorirdische Dasein des Menschen. Wenn ich es so ausdrücken darf, der astralische Organismus muß es gewissermaßen als seine Aufgabe betrachten, nicht diesen stofferfüllten physischen Organismus zu bearbeiten, sondern diesen physischen Organismus in seiner kosmischen Geistgestaltung mit seiner Tätigkeit zu erfüllen, wie er das im vorirdischen Dasein getan hat. Dieser astralische Organismus des Menschen ist ja ein Nachklang dessen, was die Seele getan hat aus den Geheimnissen der Planetenbewegungen, aus den Geheimnissen der Fixsternkonstellationen heraus, um dasjenige zu gestalten, was ich in den vorangehenden Betrachtungen genannt habe den kosmischen Keim des physischen Organismus. Also nicht auf die irdische Metamorphose des physischen Organismus, sondern auf die kosmische, auf die Geistmetamorphose des physischen Organismus hin ist die Tätigkeit des astralischen Organismus orientiert. Daher will der astralische Organismus, indem er im physischen Organismus tätig ist, diesen physischen Organismus, insofern dieser Gehirn- beziehungsweise Kopforganisation ist, fortwährend vergeistigen. Ja, in unserer Kopforganisation wirkt fortwährend unser astralischer Organismus, um diese Kopforganisation ins Geistige umzubilden. Es kommt nicht zu einer wirklichen, äußerlich sichtbaren Umbildung, es kommt zu dem Umbildungs-Bestreben.
Cite:
GA 215/1922-09-14/p007 · edition original