{"corpus":"steiner","locus":"GA 215/1922-09-14/p015","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Aber die astralische Organisation des Menschen hat nicht bloß diese Wirkung im Wachleben. Nur ein Teil von ihr hat diese Wirkung. Ein anderer Teil lebt sich mehr in derselben Art, wie er im vorirdischen Dasein tätig ist, auch in das irdische Dasein herein. Dieser Teil des astralischen Organismus des Menschen ist nicht in der Kopforganisation tätig, sondern er ist in alledem tätig, was im Menschen rhythmische Organisation ist, das heißt in denjenigen Organen des physischen Leibes, in denen sich Atmung, Blutzirkulation und die anderen rhythmischen Prozesse abspielen. Dieser Teil des astralischen Leibes, von dem ich jetzt spreche, lebt zwar im rhythmischen menschlichen Organismus, aber er verbindet sich nicht so mit diesem physischen rhythmischen Organismus, wie der andere Teil, der in der Kopforganisation tätig ist. Dieser andere Teil, der in der Kopforganisation tätig ist, ergreift diese Kopforganisation so stark, daß er sie fortwährend zum Sterben, zum Tode geneigt macht, weil er sie zerklüftet. Jener Teil des astralischen Leibes dagegen, der sich mit dem rhythmischen Organismus im Menschen vermischt, durchsetzt diesen rhythmischen Organismus; er lebt in der Atmung, lebt in der Blutzirkulation, aber weil er nicht in einer so intensiven Weise die Organisation ergreift, läßt er sie auch in einer gewissen Beziehung unbehelligt. Er ergreift sie nicht so, daß er sie zerstören will. Dadurch kommt aber auch kein Gedankenleben durch diese Verbindung des astralischen Organismus des Menschen mit der rhythmischen Organisation zustande. Was als Seelisches sich auslebt, das wird reflektiert an dem fortwährend nach dem Sterben hin tendierenden physischen Kopforganismus. Das bewirkt das vollbewußte Denken. Dasjenige aber, was immer im Durcheinanderströmen des Astralischen und der rhythmischen Organisation sich abspielt, das reflektiert sich nicht in derselben Weise, so daß es ein klares Bewußtsein gäbe wie das Gedankenleben; das lebt sich in der unbestimmteren Art des Seelenlebens als das Gefühlsleben des Menschen aus. Das ist das Fühlen. Es entsteht also dadurch, daß der astralische Organismus im Wachleben durchpulst das Atmen, die Blutzirkulation, daß er sie aber nicht zerklüftet, nicht so tief sich in sie hineinsetzt, sondern daß durch seine Wechselwirkung mit der rhythmischen Organisation sich dasjenige entzündet, was das Gefühlsleben des Menschen ist.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Das Schicksal des Ich-Bewußtseins im Zusammenhang mit dem Christus-Problem","site_heading":null,"date":"1922-09-14","location":null,"word_count":349,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/215/1922-09-14/p015","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/215/1922-09-14/p015"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/215/1922-09-14/p015","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}