Das Schicksal des Ich-Bewußtseins im Zusammenhang mit dem Christus-Problem
Wenn nun der physische Organismus des Menschen im Tode zerfällt, abfällt von dem menschlichen Wesen, dann bleibt zunächst dieses menschliche Wesen im ätherischen Organismus, im astralischen Organismus und in seiner Ich-Wesenheit. Indem der physische Organismus für die Entfaltung der Menschenseele in das Kosmische hinaus nicht mehr ein Hindernis bietet, insofern er die Menschenseele nicht mehr zurückzieht in seine Sphäre, tritt für die Menschenseele sogleich die Möglichkeit eines kosmischen Bewußtseins auf. Diese Menschenseele hat jetzt den ätherischen Organismus an sich, ohne diesen ätherischen Organismus an einen physischen Organismus gebunden zu haben. Aber dieser ätherische Organismus ist ja, indem er auf der einen Seite den menschlichen Lebenslauf darstellt, zugleich das fortwährende Hereinspielen kosmischer Kräfte, der Kräfte des kosmischen Lebens. Indem die Menschenseele sich allmählich mit dem Ätherleibe durch den Tod durchlebt, erlebt sie in dem Ätherleibe den kosmischen Weltenäther mit. Was im kosmischen Weltenäther sich abspielt, das strömt jetzt in den ätherischen Organismus herein, denn die Abhaltung dieses Hereinströmens geschah ja bisher nur durch den physischen Organismus. Diese Abhaltung ist jetzt weg. Der ätherische Organismus ist in seinem Geschehen nicht so getrennt von den äußeren kosmischen Ereignissen und Tatsachen wie der physische. Was draußen im kosmischen Weltenäther vor sich geht, das strömt wirkend herein in den menschlichen ätherischen Organismus, und was im menschlichen ätherischen Organismus vor sich geht, das pulst hinaus in.die Welt durch die ätherische Organisation. Der Mensch lebt sich nach dem Tode unmittelbar ein nicht nur in seinen ätherischen Organismus, sondern, indem er seinen ätherischen Organismus befreit hat von der physischen Organisation, lebt er sich in dasjenige ein, was da fortwährend ein- und ausströmt; er lebt sich in das Kosmisch-Ätherische hinein.
Cite:
GA 215/1922-09-14/p020 · edition original