Das Schicksal des Ich-Bewußtseins im Zusammenhang mit dem Christus-Problem

GA 215/1922-09-14/p026 ·1922-09-14 · original (original)
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Aber wenn der Mensch nach dem Tode immer in diesen Erlebnissen bleiben müßte, könnte er nicht dazu kommen, richtig den Geistteil seines künftigen physischen Organismus vorzubereiten. Denn dieser Geistteil des künftigen physischen Organismus, den ich in den verflossenen Darstellungen geschildert habe, den der Mensch in einem neuen Erdenleben an sich tragen muß, dieser Geistteil könnte nicht in gesunder, nicht in richtiger Weise aus einem Seelenleben heraus erarbeitet werden, das behaftet ist mit den Unvollkommenheiten des Moralischen aus dem vorhergehenden Erdenleben. Daher muß eine gewisse Zeit nach dem Tode die Menschenseele eintreten in eine Welt, in der sie nur in dem gereinigten Kosmos lebt, wo herabgedämpft sind die Erlebnisse des Rhythmus, den ich eben geschildert habe; denn in diesen Rhythmus spielen hinein alle moralischen Bewertungen der Handlungen der Menschenseele. Aus dem heraus könnte nur ein dekadenter Geistteil für den künftigen physischen Organismus gebildet werden. Ein gesunder physischer Organismus kann nur gebildet werden, wenn die Seele eintreten kann in eine Welt, wo sie von den Nachwirkungen des menschlich-seelischen Erlebens aus dem vergangenen Erdenleben nicht mehr berührt wird, sondern wo die außermenschlichen geistigen Impulse des Kosmos wirken, wie ich es eben geschildert habe.

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Cite: GA 215/1922-09-14/p026 · edition original