Das Schicksal des Ich-Bewußtseins im Zusammenhang mit dem Christus-Problem
Sie sehen daraus, wie das, was gerade als das Mysterium des Todes angesprochen werden muß, zusammenhängt mit der christlichen Evolution der Erdenmenschheit. Nach dem 4. Jahrhundert jedoch - das habe ich ja auseinandergesetzt — dämmerte jene Initiationserkenntnis herab, welche in dieser Weise, wie ich es eben anführte, zu den Menschen, die ihre Bekenner haben werden wollen, hätte sprechen können. Aber jetzt ist wieder die Zeit da, wo eine neue Initiationswissenschaft wiederum den Zusammenhang zwischen den Menschen und dem Christus Jesus enthüllen kann. Und diese neue Initiationswissenschaft muß wieder sagen: Derjenige, der das Geheimnis des Mysteriums von Golgatha während des Erdenlebens in sein Gefühlsleben aufnimmt, verstärkt und erkraftet dadurch sein inneres Seelenwesen, so daß dieses beim Übergang von der Seelenwelt in das Geisterland mächtig werden kann, nicht einen solchen physischen Organismus zu bilden, wie er sonst entstehen müßte, wenn kein solcher Impuls durch ein erneuertes Christentum käme. Denn ohne diesen Impuls müßten solche Organismen in der künftigen Erdenorganisation entstehen, die krankhaft sind. Durch das erneuerte Christentum tauchen wir ein in jenen Impuls, durch den für den Rest des Erdenlebens gesunde, kraftvolle physische Organismen entstehen können.
Cite:
GA 215/1922-09-14/p037 · edition original