Das Erleben des Willensteils der Seele

GA 215/1922-09-15/p004 ·1922-09-15 · original (original)
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Wenn wir studieren, wie der denkende Seelenteil mit der Kopforganisation in Verbindung steht, so kommen wir darauf, daß er gewissermaßen ganz an die Kopforganisation hingegeben ist; er ist gewissermaßen in die Kopforganisation umgebildet. Die Kopforganisation bildet ein physisches und ätherisches Abbild des denkenden Seelenteiles, so daß man, wenn der Mensch im wachen Tagesleben wirklich denkt, den Vorgang des Denkens an sich nicht eigentlich schauen kann, sondern in seinem Abbilde in den physischen und ätherischen Vorgängen des Gehirns und des übrigen Nervensystems suchen muß. Deshalb ist ja auch für diesen physischen Teil der Seelenerkenntnis die Gehirnanatomie und -physiologie die eigentliche Domäne, weil man so recht schon im Aufbau des Gehirns und dadurch auch in den Vorgängen des Gehirns deutlich die Abbilder dessen sehen kann, was im Denken vor sich geht. Nicht in derselben Weise an den physischen und ätherischen Organismus hingegeben und auch nicht in diesen eingeflossen ist der fühlende Teil der menschlichen Seele. Von ihm können wir sagen: Er ist bald ganz hingegeben an die Atmung, an die Blutzirkulation, strömt in sie ein, so daß er für das imaginative Schauen und für die Inspiration wie unsichtbar wird. - Man schaut hin: der fühlende Teil der Seele schlüpft in die Atmungsvorgänge und in die Blutzirkulationsvorgänge hinein, dann wieder entreißt er sich ihnen, wird selbständig, hat eine eigene gestaltenbildende Tätigkeit in sich. So schlüpft gewissermaßen der fühlende Seelenteil in das Zirkulationssystem hinein, zieht sich wieder davon zurück, schlüpft wieder hinein, und so fort.

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