Das Erleben des Willensteils der Seele

GA 215/1922-09-15/p010 ·1922-09-15 · original (original)
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Wir haben gestern gesehen, wie im Gefühlsteil der Seele unbewußt ein fortwährendes Bewerten des moralischen und moralisch-geistigen Menschen stattfindet. Das, was nur in einem schwachen Abglanz in das Bewußtsein heraufschlägt als Gewissensregungen, als Beurteilungen der eigenen Tätigkeit, das ist im Unterbewußten eine sehr bedeutsame, einschneidende Tätigkeit. Alles, was der Mensch tut, bewertet er auch in seinem unterbewußten Seelenorganismus. In diesem kommt es nur zu einer Bewertung. Aber in dem, was dem Willensteil der Seele entspricht, kommt es noch zu etwas ganz anderem. Da sehen wir im Laufe des Erdenlebens, wie der astralische Leib und das Ich, die diesem Willensteil entsprechen, richtig aufbauen mit den astralischen und den Ich-Kräften des Kosmos eine ein dumpfes Leben führende innere Wesenheit des Menschen. Ja, es ist so: Indem wir innerlich unsere eigenen Fähigkeiten bewerten, gebären wir ein astralisches Wesen aus, das in uns sitzt und immer mehr und mehr wächst. Dieses Wesen enthält nun als Tatsachen jene Bewertungen, und der Gefühlsteil der Seele bewirkt nur, daß die Bewertung gewissermaßen da ist, gleichsam wie ein ideeller Vorgang oder — nach der Zeit, wo es geschehen ist — wie eine unterbewußt ideelle Erinnerung. Nach dem Geschehen entsteht in dem Willensteil etwas, was mehr ist. Das Urteil: Ich habe eine böse Tat vollbracht - wird zu einem Wesen in uns. Wir haben in diesem Wesen etwas in uns, das tatsächlich realisierte Bewertung des tätigen Menschen ist.

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