Das Erleben des Willensteils der Seele

GA 215/1922-09-15/p024 ·1922-09-15 · original (original)
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Und jetzt entsteht, weil gewissermaßen aus dem kosmischen Bewußtsein heraus fortwährend real die ausgleichenden Kräfte wirken, eine außerordentlich starke Tendenz: Dem, was du unrichtig, töricht gemacht hast, dem mußt du die richtige Handlung gegenüberstellen! Deshalb bildet sich im weiteren Verlaufe desjenigen Lebens, das ich gestern als die Seelenwelt charakterisiert habe, das Hineinleben in den Rhythmus zwischen den moralisch-geistigen Qualitäten des Menschen und den kosmischen Qualitäten. In diesem Rhythmus bildet sich aus eine Summe von Tendenzen, wieder die Möglichkeit zu erleben, Ausgleiche zu schaffen für das, was man moralisch minderwertig oder dergleichen findet. Es bildet sich die Tendenz aus, wenn man zum Beispiel einem Menschen etwas zugefügt hat, was ihn in der einen oder anderen Weise berührt hat, dann dafür eine im anderen Erdenleben ausgleichende Handlung zu schaffen. Kurz, es bildet sich der Keim des Schicksals, das durch die verschiedenen Erdenleben hindurchgeht, auf diese Weise aus. Aber zugleich wird das rein kosmische Bewußtsein sehr verfinstert, verdämmert dadurch, daß wir diesen Bestandteil in uns tragen, und es muß während des ganzen Durchganges durch die Seelenwelt die Menschenseele in einem dumpfen — wenigstens dumpferen Bewußtseinszustand bleiben, bis an sie die Notwendigkeit herantritt, in das Geisterland einzutreten, dasjenige abzustreifen, was sich als die geschilderte Wesenheit ergeben hat, und eine Weile rein zu leben in dem Kosmos, der amoralisch ist, in den wir nicht das mitbringen können, was wir als das Fazit unseres moralischen oder unmoralischen Geisteswesens in der Seelenwelt erlebt haben.

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Cite: GA 215/1922-09-15/p024 · edition original