{"corpus":"steiner","locus":"GA 215/1922-09-15/p026","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Das ist vom Standpunkte des menschlichen Erdenerlebens aus gesprochen. Man kann aber dieselben Verhältnisse vom Standpunkte des kosmischen Bewußtseins und des kosmischen Erlebens aus charakterisieren und muß dann sagen: Nachdem der Mensch seinen ätherischen Leib abgelegt hat und während in seiner Ich-Wesenheit und in seinem astralischen Organismus in jener Art, wie ich es charakterisiert habe, noch weiterleben die Hinneigungen zum Erdenleben, da ist er innerlich durchdrungen von den geistigen Mondenkräften, die den Kosmos durchfluten. - Von diesen Mondenkräften mußte ich schon bei der Gelegenheit sprechen, als ich den Schlafzustand charakterisierte. Jetzt treten sie uns im nachirdischen Dasein des Menschen wieder entgegen. Diese Mondenkräfte sind immer das, was den Menschen in eine gewisse Verbindung bringt oder bringen will mit dem Erdendasein. Hier, nach dem Tode, äußern sie sich so, daß sie den Menschen gewissermaßen nicht herauslassen wollen aus dem Erdendasein. Er hat seinen physischen Leib abgelegt, aber er will wieder zurück ins irdische Dasein. Das kommt davon, weil ihn die Mondenkräfte des Kosmos durchsetzen. Das gewöhnliche irdische Denken hat ja nach dem Tode aufgehört; das ist an die Kopforganisation des physischen Körpers gebunden. Der vorirdische Mensch ist in diese Kopforganisation ausgeflossen. Indem wir den menschlichen physischen Organismus abgelegt haben, hört das auf zu funktionieren, was eigentlich nur auf materielle Weise bewirkt wurde. Der Mensch ist dadurch unmittelbar, direkt, nicht mehr ein erdgebundenes Wesen, aber indirekt, mittelbar, ist er es dadurch, daß in ihm noch die Mondenkräfte fortwirken. Sie bringen gewissermaßen auf lange Zeit nach dem Tode noch in ihm eine Tendenz hervor, zurückzukehren zum Erdendasein, in dem er sich ein solches Wesen bereitet hat, wie er es jetzt eingeschlossen in sich enthält.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Das Erleben des Willensteils der Seele","site_heading":null,"date":"1922-09-15","location":null,"word_count":271,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/215/1922-09-15/p026","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/215/1922-09-15/p026"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/215/1922-09-15/p026","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}