Das Erleben des Willensteils der Seele
Die Initiierten, welche Zeitgenossen des Mysteriums von Golgatha waren, oder die in den darauf folgenden Jahrhunderten bis zum 3. und 4. Jahrhundert lebten, konnten zu ihren Bekennern sagen: Die Form, die der menschliche physische Organismus im Erdenleben annimmt, die bildet immer mehr und mehr das Ich aus. Aber der Mensch verliert die Kraft, in jene Region einzutreten, in der das hohe Sonnenwesen oben sein Führer sein könnte in den geistigen Sternenregionen. Daher ist Christus heruntergestiegen auf die Erde, hat das Mysterium von Golgatha vollbracht. Und die Kraft, welche der Menschenseele dadurch wird, daß sie eine Gefühlsverbindung mit dem Mysterium von Golgatha hat, diese Kraft wirkt nach dem Tode nach und entreißt die Seele dem Schicksals-Wesenskern und der Mondensphäre, und unter der Nachwirkung des Christus bildet die Seele ihren künftigen physischen Organismus mit den anderen Wesen der Sternenwelt aus und findet dann wiederum den Schicksalskern, in den die Tendenz hineingelegt wird zur Schicksalsbildung der kommenden Erdenleben. Was die Menschenseele als Kraft aus dem Christus-Impuls aufgenommen hat, das befähigt sie wiederum, in der richtigen Weise durch das Geisterland durchzugehen und den Schicksalskern in der richtigen Weise aufzunehmen.
Cite:
GA 215/1922-09-15/p031 · edition original