{"corpus":"steiner","locus":"GA 216/1922-09-30/p027","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Aber wie sich die Sache verhält, darauf kommt man erst, wenn man wirklich das Menschenhaupt als einen umgebildeten andern Menschenleib ansieht. Ich habe Ihnen dargestellt: dieses Menschenhaupt, das wir in dem gegenwärtigen menschlichen Erdenleben tragen, ist der umgestaltete Leib ohne Kopf, wie wir ihn im vorigen Erdenleben an uns getragen haben. Der Kopf von dazumal ist uns verlorengegangen manchen Menschen vermutlich schon während des Erdenlebens -, aber jedenfalls nach dem Erdenleben sind auch die Kräfte des Kopfes verlorengegangen. Der Kopf erhält sich nicht. Ich meine jetzt die Kräfte, natürlich nicht die Materie, sondern die Kräfte, aber diese Kräfte, die Sie jetzt in Ihrem Haupte tragen, die haben Sie früher, wenn Sie sich geköpft denken, an Ihrem übrigen Leib getragen. In einem vorigen Erdenleben haben Sie wiederum den Kopf aus dem vorvorigen Erdenleben getragen. Und das, was Sie jetzt als Leib haben, das wird wirklich metamorphosiert, umgestaltet, und Sie werden es als Ihren Kopf im nächsten Erdenleben tragen. Daher ist es auch zuerst da. Sehen Sie sich den menschlichen Embryo im menschlichen Mutterleibe an: der Kopf kommt zuerst, das übrige setzt sich an, weil es Neubildung ist; der Kopf aber stammt aus dem vorigen Erdenleben, der ist der umgestaltete Körper, ist Form, ist durch das ganze Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt herübergetragen, bildet sich als Kopf und setzt sich die andern Glieder an. Und so können wir sagen: Wir sehen, indem wir die wiederholten Erdenleben dazunehmen, in dem Menschen nun die letztlich ausgebildete Metamorphose. In dem, worauf Goethe gekommen ist im Anfang der achtziger Jahre des 13. Jahrhunderts, in dem Pflanzenmetamorphose-Gedanken, da ruht das, was einen nun zum lebendigen Begriff vom Werden führt, durch das ganze Tierreich hinauf bis zum Menschen, und zwar so, daß es auch noch die Idee hergibt, durch die wir die wiederholten Erdenleben in ihrer Form begreifen. Goethe ist das Denken innerlich dadurch so belebt worden, daß er das Zeremoniell seines Kultus mitgemacht hat. Da hat er, wenn ihm das auch nicht klar zum Bewußtsein gekommen ist, doch eine Ahnung davon bekommen, wie der noch ganz seelische Mensch im vorirdischen Dasein das herüberträgt, was vom Körperskelett an Kräften aus dem früheren Erdenleben geblieben ist; wie das von dem Menschen in dieses Erdenleben hereingetragen und zur Kopfform ausgestaltet worden ist unter der schützenden Hülle des mütterlichen Leibes.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Siebenter Vortrag","site_heading":null,"date":"1922-09-30","location":null,"word_count":382,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/216/1922-09-30/p027","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/216/1922-09-30/p027"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/216/1922-09-30/p027","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}