{"corpus":"steiner","locus":"GA 217/1922-10-07/p022","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Nun war das den Alten, die die Kultur in der Hand hatten, eigentlich ganz angemessen: mit einem toten Denken eine tote Welt zu umfassen.Man kann damit vorzüglich Wissenschaft begründen. Man kann aber damit niemals die Jugend unterrichten und erziehen. Und warum? Weil die Jugend bis zur Geschlechtsreife die Lebendigkeit des Denkens, wenn auch auf unbewußte Art, behält. Und so stellt sich, trotz allen Nachdenkens über die Erziehungsgrundsätze, wie sie in neuerer Zeit gefaßt worden sind, immer mehr heraus, daß wenn die steif gewordene objektive Wissenschaft, die das Tote umfaßt, zur Erzieherin wird und an das Lebendige, Jugendliche herankommt, diese Jugend das wie ein Hereinstoßen eines Pfahles ins Fleisch fühlt. Man stieß ihr einen Pfahl ins Herz, den Tod, und sie soll sich aus dem Herzen das Lebendige herausreißen,. Es mußte aus dem Inneren der menschlichen Entwickelung heraus zu dem kommen, was heute noch sehr vieleLeute übersehen, was aber wirklich in einschneidender Weise vorhanden ist: zu einer Kluft zwischen dem Alter und der Jugend. Und diese Kluft beruht einfach darauf, daß die Jugend sich ins lebendige Herz nicht den toten Pfahl stoßen lassen kann, den der Kopf aus dem bloßen Intellektualismus herausarbeitet. Die Jugend verlangt nach Lebendigkeit, die nur aus dem Geiste heraus von menschlicher Individualität erarbeitet werden kann. Und wir machen den Anfang, diese an moralischen Intuitionen zu erarbeiten.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Fünfter Vortrag","site_heading":null,"date":"1922-10-07","location":null,"word_count":219,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/217/1922-10-07/p022","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/217/1922-10-07/p022"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/217/1922-10-07/p022","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}