Fünfter Vortrag

GA 217/1922-10-07/p026 ·1922-10-07 · original (original)
Record: unknown. How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.

Es ist schließlich doch immer das Reich Gottes, das man sucht. Aber wenn man nicht wird wie das Kind vor der Geschlechtsreife, kann man nicht in das Reich Gottes kommen. Man muß Kindhaftigkeit, Jugendhaftigkeit hineinbringen in sein totes Denken. Dadurch wird es lebendig, dadurch kommt es auch wieder zu Intuitionen. Man möchte sagen, wir lernen aus der Urweisheit des Kindlichen heraus sprechen. Aus einer solchen Sprachwissenschaft, wie sie zum Beispiel Fritz Mauthner geschrieben hat, werden eigentlich nicht nur die moralischen Intuitionen mundtot gemacht, da wird eigentlich schon das ganze Reden über die Welt mundtot gemacht. Man sollte aufhören, über die Welt zu reden, weil Mauthner nachweist, daß alles Reden über die Welt nur aus Worten besteht und Worte keine Wirklichkeit ausdrücken können.

Read this passage in another edition
DEoriginalENEnglish
Raw JSON: /v1/steiner/de/ga/217/1922-10-07/p026.json
Cite: GA 217/1922-10-07/p026 · edition original