Ansprache während der Breslau-Koberwitzer Tagung in Koberwitz am 17. Juni 1924
Suchen wir heute die in jahrtausendelanger Zeit ruhende göttliche Seelenwelt in der ganzen himmelerglänzenden Natur ringsherum zu empfinden! Und da gibt es denn für die Seelen viel, viel zu suchen. Die Jugend von heute sucht alte, alte Erkenntnisse der Menschheit, jene alten Erkenntnisse, die schon zu den alten Saturnzeiten mit der Menschheit verbunden waren, die dann, als die Sonnen- und Mondenzeiten kamen, eintraten in eine Art von Weltenschlaf, in ein ruhendes Bewußtsein, um aus ihrer eigenen Geistsubstanz heraus die Grundlagen zu bilden für dasjenige, was Erdennatur ist. Und so ist die Erdennatur eigentlich für die Seele, die das nur ahnt, die aber nicht durch diese Erdennatur durchschauen kann zum Geist, so ist die Erdennatur auch im Sommer für das heutige jugendfühlende Herz wie eine Schneedecke, allerdings in hellen Geisteskristallen hinglänzend, aber in sich den Tod, das heißt, die Bewußtlosigkeit, tragend und die Seele auffordernd, tief unter der seelischen Eisdecke die aus noch älteren Zeiten herstammenden, feuerlodernden, vom Mittelpunkt der Erde ausstrahlenden leben digen Worteswirkungen aus dem Irdisch-Natürlichen heraus zu empfinden.
Cite:
GA 217a/1924-06-17/p007 · edition original