Ansprache während der Breslau-Koberwitzer Tagung in Koberwitz am 17. Juni 1924

GA 217a/1924-06-17/p012 ·1924-06-17 · original (original)
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Das ist der Hintergrund. Und wenn wir dann nach dem Mittelgrund sehen, dann kommt die Stimmung des tragischen Karma, jene Stimmung, wo etwas, was unten liegt in den Seelen der heutigen Jugend, nur unter den größten inneren Seelenschwierigkeiten heraufgeht in das volle Bewußtsein, etwas, was da unten seit dem Ablauf des Kali Yuga liegt. Dann muß dieser Appell an die Natur gefunden werden, dann muß das alte Götterwirken gefunden werden in alledem, was in der Natur erdet und strömet und luftet und feuert, und was über der Natur leuchtet und west und lebt. Gefunden werden muß er, dieser alte Geist der Natur. Aber wie wird vermieden dasjenige, was wie ein Regen wilder Dämonen, aber auch wie ein Regen wilder Täuschungen dem Ruf nach der Natur nachgefolgt ist im 19. Jahrhundert? Das darf nicht so sein! Das 20. Jahrhundert darf nicht ein materialistisches werden! Und so ruft die Stimme des Karma in den Seelen der jungen Leute von heute: Wenn Ihr werden laßt das 20. Jahrhundert matertalistisch, wie es das 19. war, dann habt Ihr vieles nicht nur von Eurer, sondern von der Menschlichkeit der ganzen Zivilisation verloren. — Das ist dasjenige, was man, wenn man solche Stimmen hören kann, empfindet und immer wieder und wiederum heute in mannigfaltigster Weise empfinden kann, wo die Jugendkreise sich versammeln. Das ist auch dasjenige, was gerade viele Mitglieder dieser Jugendbewegung in einem unbestimmten Fühlen doch so sicher macht, so daß gleichzeitig zu vernehmen sind in den jugendlichen Seelen Unbestimmtheiten, Unsicherheiten, Wege nach der einen, nach der andern Seite zu gehen, und zu gleicher Zeit heraus aus dieser Unbestimmtheit und Unsicherheit eine Sicherheit, die noch nicht ganz lichtvoll ist, die aber eine gewisse Kraft in sich trägt. Nur darf diese Kraft nicht gebrochen werden, muß nicht gebrochen werden. Dazu möchte aber Anthroposophie ihrerseits auch einiges tun, weil sie glaubt, den konkreten Geist in allen Einzelheiten zu vernehmen: in den Wurzeln der Pflanzen, in den Taten des Lichtes über den Pflanzen, in den seelischen Segnungen der Wärme durch die Pflanzen hindurch, weil sie glaubt, daß alles dasjenige, was wie ein mahnender Ruf zugleich der Menschheit beigegeben worden ist: die Tierheit, weil sie glaubt, daß an dieser Tierheit mannigfaches zu heilen ist. Tiere sind auf der Erde um der Menschen willen. Daß wir uns gegenüber den Tieren wie gegenüber aller Natur in der richtigen Weise verhalten, dazu ist notwendig, daß wir in aller Natur die einzelnen geistigen Wesen fühlen, empfinden und zuletzt auch erkennen.

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Cite: GA 217a/1924-06-17/p012 · edition original