{"corpus":"steiner","locus":"GA 217a/1924-06-17/p019","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Nun, in dem drückte sich wirklich eine Anschauung aus, die gegen das Ende des 19. Jahrhunderts eben Menschen erzeugte, die eigentlich nur mehr «Bilder» waren. Die Menschen wurden eigentlich bloße Bilder. Es gingen nicht mehr Menschen auf der Erde herum, bis auf einzelne Ausnahmen - es waren alles Bilder. Und als die Wende des 19. zum 20. Jahrhundert kam, da war die zivilisierte Welt nicht von Menschen, da war sie von Bildern bevölkert. Und es war die Zeit gekommen, wo dasjenige, was Wahrheit sein sollte, in der merkwürdigsten Art in sein Gegenteil verkehrt wurde. Sehen Sie, es konnte einem dazumal manchmal das Herz weh tun über die Dinge, die da als Wahrheiten hinausgestellt wurden. So kam die Lehre auf, welche geradezu nach Übervölkerung einzelner Gebiete drängte. Und man sagte: Wenn recht viele Leute geboren werden, so ist das ein Zeichen dafür, daß alles gut geht -, und man drängte geradezu zu der Bevölkerungszunahme. In der Bevölkerungszunahme, wie sie dazumal aufgefaßt wurde, wollte man ausdrücken etwas vom wirklichen Fortschritt. Sah man die ganze Sache geistig an, so mußte man sich sagen: durch den Einfluß einer solchen Weltanschauung kommen immer mehr und mehr Seelen herunter auf die Erde aus der geistigen Welt, die eigentlich verfrüht herunterkamen, geistige Frühgeburten waren und die im Grunde genommen gar nicht die Erde fanden. Die Menschen im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts haben ja die Erde gar nicht gefunden. Sie waren auf der Erde, ohne den Inhalt ihres Wesens gefunden zu haben, und gingen herum wie Anhängsel an ihren Verstand. Das war ja das Furchtbare, daß man die Menschen herumgehen sah als Anhängsel an ihren Verstand, nicht als Menschen!","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Ansprache während der Breslau-Koberwitzer Tagung in Koberwitz am 17. Juni 1924","site_heading":null,"date":"1924-06-17","location":null,"word_count":272,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/217a/1924-06-17/p019","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/217a/1924-06-17/p019"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/217a/1924-06-17/p019","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null},"other_renderings":{"loci":[{"locus":"GA 260a/1924-06-17","ga":"260a","lecture":"1924-06-17","kind":"reprint","relation":"the same text served under another volume (a reprint or another edition)"}],"note":"The same lecture is also served at the loci listed, each with how it relates to this one. They are ONE witness, not independent attestations: quote the rendering you fetched, and do not cite another as corroborating it. Wording differs between translations, so a quotation found in one need not occur in the other."}}