{"corpus":"steiner","locus":"GA 218/1922-10-09/p011","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Es geht eben für eine wirkliche Geisteswissenschaft nicht mehr an, nur in allgemeinen abstrakten Phrasen davon zu sprechen, daß eine allgemeine göttliche Weltenregierung da ist. Es geht nicht an, die einzelnen Dinge der Welt nur nach ihrem Sinnenschein zu schildern und zu sagen: Nun ja, in diesem Sinnenschein ist eben eine allgemeine Weltenregierung. — Geisteswissenschaft muß ganz im konkreten darauf hinweisen, wie diese göttliche Weltenregierung wirkt. Man kann nicht mehr, wenn man den Aufgaben der Menschheitsentwickelung in die Zukunft hinein gewachsen sein will, bloß sagen, man fühlt sich nach einem gesunden Schlaf erfrischt, Gott habe einem die Erfrischung geschenkt. Man würde an allem Wissenschaftlichen verzweifeln müssen, wenn man auf der einen Seite für die sinnliche Welt eine strenge Wissenschaft suchen müßte, und die Strenge dieser Wissenschaft nicht ausdehnen könnte auf dasjenige, was sich auf das Übersinnliche bezieht; wenn man im Übersinnlichen bloß mit der allgemeinen Phrase drinnen bleiben müßte: nun ja, es liegt eben so etwas wie eine göttliche Weltenregierung zugrunde. Man kommt immer mehr und mehr in das Bestimmte hinein, man kann hinweisen darauf, wie diese Ängstlichkeit, die in diesem zweiten Stadium des Schlafes auftritt, gewissermaßen durchmischt wird mit der aus dem religiösen Fühlen des Vortages geschöpften, in die Nacht hinein nachwirkenden Kraft, und daraus wiederum die Erfrischungskraft für den physischen Organismus des nächsten Tages wird. Dadurch bekommt man immer mehr und mehr eine Einsicht, wie das wirklich Geistige in dem wirklich Physischen drinnen lebt, während man für die heute geltenden Erkenntnismittel nur einen physischen Inhalt hat und allgemeine Redensarten, daß in diesem physischen Inhalt oder über diesem physischen Inhalt auch etwas Geistiges lebt. Die Menschheit wird aber in ihrer Kultur immer mehr und mehr herunterkommen, wenn sie sich nicht bequemt, die Strenge, die man für das Anschauen der äußeren Welt und Erkenntnis hat, auch auszudehnen auf die geistige Welt. Und nun merkt man, wenn man mit dem inspirierten Bewußtsein diese Stadien des Schlafes von dem ersten in das zweite Stadium weiter verfolgt, daß dann das innere Erleben der Seele etwas ganz anderes wird, als es im Tagesleben war.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Die Schlaferlebnisse des Menschen ihre geistigen Hintergründe und ihre Bedeutung für das Tagesleben","site_heading":null,"date":"1922-10-09","location":null,"word_count":340,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/218/1922-10-09/p011","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/218/1922-10-09/p011"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/218/1922-10-09/p011"}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}