Über das Geistig-Seelische des Menschen Zwischen Tod und Neuer Geburt

GA 218/1922-10-14/p007 ·1922-10-14 · original (original)
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Sehen Sie, wenn wir hier im Erdenleben sind, da fühlen wir uns, wenn wir von uns sprechen, verbunden mit unserem physischen Leibe; in unserem Wachzustande fühlen wir uns mit diesem physischen Leibe verbunden. Es mag das Verbindungsgefühl mit dem physischen Leibe ein noch so dumpfes sein, es ist vorhanden, es zeigt sich ja insbesondere dann, wenn in diesem physischen Leibe krankhaft etwas nicht in Ordnung ist. Dann fühlen wir nicht nur den physischen Leib im allgemeinen in einer dumpfen Lebensempfindung, sondern auch nach seinen einzelnen Gliederungen. Wir fühlen unter Umständen unsere Lunge, unseren Magen, unser Herz, unsere Kopforgane. Im gewöhnlichen Leben ist das eben alles eingetaucht in eine dumpfe Lebensempfindung; allein, der Mensch hat, wenn er nicht sein ganzes Leben hindurch ausschließlich gesund ist, einmal auch immer Gelegenheit, zu erfühlen seine einzelnen Organe. Kurz, der Mensch fühlt sich während seines tagwachenden Bewußtseins zwischen Geburt und Tod im Erdenleben, indem er sich in seinem Wesen empfindet, zusammengehörig mit seinem physischen Leibe, mit alledem, was innerhalb seiner Haut eingeschlossen ist. In dem Augenblick aber, wo der Mensch nicht mit seinem physischen Erdenleben verbunden ist, in jenen Zeiten, in denen er ein geistig-seelisches Dasein vor dem Betreten seines physischen Erdendaseins hat, fühlt er nicht als sein Innerliches selbstverständlich dasjenige, was sein physischer Leib oder dessen Glieder sind, aber er hat auch dann ein Innerliches. Ich mußte es Ihnen schon andeuten, wie die Seele innerlich Bilder erlebt zwischen dem Einschlafen und dem Aufwachen, wenn ihr diese Bilder auch nicht bewußt werden. Aber in jenem Zustande, in dem die Seele war, bevor sie aus dem geistig-seelischen Dasein heruntergestiegen ist in das physische Erdendasein, da hatte sie das Bewußtsein einer anderen Innerlichkeit. Dieses Bewußtsein einer anderen Innerlichkeit ist nur verdeckt, nur verhüllt dadurch, daß in unserem physischen Erdendasein unser physischer Leib auch Erkenntnisorgan wird. Und er verdunkelt das Hereinschauen der Seele, das nur vorhanden ist, wenn die Seele körperfrei ist. Aber das, was dann die Seele als ihre Innerlichkeit erlebt, ist jetzt eben nicht dasjenige, was innerhalb der Haut des physischen Leibes eingeschlossen ist, sondern es ist dasjenige, was die Organisation des Kosmos ist. Und so wahr der Mensch hier in diesem physischen Erdendasein als Erdenmensch verbunden ist mit seiner Lunge, mit seinem Magen, mit seinem Herzen, mit seinen übrigen Leibesorganen, so ist er im übersinnlichen Dasein verbunden mit dem, was sonst als die äußere Welt des Kosmos unseren Augen, unseren übrigen Sinnesorganen erscheint. Was im Erdendasein für uns Außenwelt ist, das ist für uns Innenwelt, wenn wir im außerirdischen Dasein vorhanden sind. Und wir schauen auf das Erdendasein wie auf eine Außenwelt herab aus dem übersinnlichen Dasein, das wir verbringen zwischen dem Tode und einer neuen Geburt. Und wie wir hier, ich möchte sagen, eingefleischt sind in unsere Lunge, in unser Herz und so weiter, so sind wir eingekörpert, bevor wir herabsteigen zum physischen Erdenleben, in dasjenige, was uns im äußeren Abglanz erscheint in den Planetenbewegungen, in den Konstellationen der Fixsterne, als Kräfte, die eben den Kosmos durchwallen und durchweben. Dasjenige, was kosmische Außenwelt ist während unseres Erdendaseins, ist unsere Innenwelt, wenn wir im außerirdischen Dasein sind.

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Cite: GA 218/1922-10-14/p007 · edition original