Geistige Zusammenhänge in der Gestaltung des menschlichen Organismus I
Es handelt sich bei Betrachtungen, wie wir sie vor kurzer Zeit hier angestellt haben, darum, daß auf der einen Seite die großen Ereignisse der Geschichte, überhaupt der menschlichen Entwickelung, im Laufe des Erdendaseins stehen, und auf der anderen Seite der einzelne Mensch vor uns steht. Und im Grunde genommen sind doch die Sachen so, daß man wahrhaft verständnisvoll das eine nur dann durchschauen kann, wenn man es auch gegenüber dem anderen zustande bringt. Und so möchte ich denn heute zu dem, was uns vor einiger Zeit große geschichtliche Ausblicke geben sollte, eine Betrachtung über den Menschen selber hinzufügen, damit diese beiden Auseinandersetzungen sich dann in den nächsten Tagen gewissermaßen wiederum zusammenfinden können. Wenn wir den Menschen beschreiben, so wie wir ihn ja öfter vom Gesichtspunkte anthroposophischer Weltanschauung aus uns vor die Seele gestellt haben, so haben wir an ihm zu unterscheiden zunächst den physischen menschlichen Organismus, wir haben dann diesen physischen menschlichen Organismus vom ätherischen Organismus durchdrungen, und in dieses System, das sich aus physischem und ätherischem Organismus bildet, eingegliedert den astralischen Organismus und das Ich. Wir können entnehmen aus der Art und Weise, wie der Mensch in den Schlafzustand und von diesem wieder zurück in den Wachzustand übergeht, daß stärker gebunden sind auf der einen Seite physischer Organismus und ätherischer Organismus, und auf der anderen Seite wiederum Ich und astralischer Organismus. Denn wenn auch im Wachzustande des Menschen diese vier Glieder der menschlichen Natur ineinandergefügt sind, so trennen sie sich doch im Schlafzustande so, daß einerseits Ich und astralischer Organismus gewissermaßen mehr zusammenhalten und auf der anderen Seite physischer und ätherischer Organismus. So daß also der astralische Organismus und der ätherische Organismus nicht so straff, möchte ich sagen, zusammenhalten, wie zum Beispiel das Ich und der astralische Organismus oder der physische und der ätherische Organismus.
Cite:
GA 218/1922-10-20/p003 · edition original