Erlebnisse Der Menschenseele Im Schlafe Und Nach Dem Tode In Der Geistigen Welt I
Und wenn wir nun beim Einschlafen aus unserem physischen und Ätherleib herausgehen, dann haben wir als geistig-seelische Menschenwesen nichts anderes, als was wir uns zunächst während des irdischen Lebens durch das Anschauen der Natur erworben haben. Wir lassen in unserem Bette — so paradox das klingt — auch die religiöse Empfindung und die moralische Empfindung zurück mit dem physischen und mit dem Ätherleibe, und wir leben als ein amoralisches Wesen zwischen dem Einschlafen und dem Aufwachen. Aber in dieser Zeit leben wir in einer Welt, die sonst von dem Sonnenlichte durchschienen ist. Und dadurch, daß die moralische Weltordnung aus dem Äther heraußen ist, dadurch hat Zugang zu diesem Äther, in den wir uns mit dem Einschlafen hineinbegeben, die ahrimanische Wesenheit. Diese 'ahrimanische Wesenheit spricht zu den Menschen während des Schlafes. Und was diese ahrimanische Wesenheit spricht, das ist im Grunde genommen eine fatale Sache, denn diese ahrimanische Wesenheit wird mit Recht der Lügengeist genannt, aus dem Grunde, weil er dem schlafenden Menschen die Dinge so darstellt, als wenn das Gute böse und das Böse gut wäre.
Cite:
GA 218/1922-11-12/p009 · edition original