Erlebnisse Der Menschenseele Im Schlafe Und Nach Dem Tode In Der Geistigen Welt I
Es ist das alles mit dem Mysterium von Golgatha eben anders geworden für die Entwickelung der Menschheit. Wie aber der alte Mensch während des Schlafes stark im Gruppenbewußtsein drinnen lebte, so lebte er, wenn er wiederum untertauchte beim Wachen in seinen physischen und in seinen Ätherleib, mehr in sich. Aber da ist wiederum ein Unterschied zwischen dem alten Menschen und dem modernen Menschen. Der alte Mensch, wenn er aufwachte und untertauchte in seinen physischen Leib und Ätherleib, hatte, bevor er ganz wach wurde, ein deutliches Bewußtsein von seinem Leben, bevor er auf die Erde heruntergestiegen war, und ebenso wiederum vor dem Einschlafen. So daß also dieser ältere Mensch, während er auf der einen Seite ein starkes Gruppenbewußtsein entwickelte, auch ein starkes Bewußtsein von seiner Zusammengehörigkeit mit dem Leben außer der Erde hatte. Er wußte, wie er heruntergekommen ist aus der geistigen Welt, dann durch die Sternenwelt gegangen ist und sich einen physischen Leib eigentlich ausgewählt hat hier auf Erden. Dieses Bewußtsein wurde später verdunkelt. Dafür wurden die Menschen gescheit, was wir heute gescheit nennen. Sie wurden durchdrungen von Urteilskraft, Diskrimination und solchen Dingen. Das kam erst im Laufe der Entwickelung, und deshalb können wir gerade am Morgen so gut urteilen, weil uns unser physischer Leib die Kraft des Urteils gibt. Wir dringen mehr in unseren physischen und Ätherleib ein als der alte Mensch. Der alte Mensch hatte daher ein Bewußtsein von dem vorigen Dasein; wir haben mehr ein Bewußtsein von dem irdischen Dasein. Wir setzen uns fest in unseren physischen und Ätherleib hinein. Das tat der alte Mensch nicht. Der alte Mensch trug den physischen und Ätherleib mehr an sich, er hat ihn mehr als etwas Äußerliches gefühlt, so wie wir heute unsere Kleider fühlen. Dieses Gefühl haben wir nicht mehr. Wir sagen nicht mehr, wie es der alte Mensch getan hat, wenn er zur Türe hereinging: Ich trage meinen Menschen zur Türe herein —; er meinte den physischen Menschen. Das war durchaus in alten Sprachen eine natürliche Redensart. Wir werden ganz gewiß sagen: Ich - indem wir unser Ich ganz fest in den physischen Leib hinunterdrängen — gehe zur Türe herein. — Wir finden es ganz selbstverständlich, daß wir das sagen.
Cite:
GA 218/1922-11-12/p014 · edition original