Erlebnisse der Menschenseele im Schlafe und nach dem Tode in der geistigen Welt I
Nun, dadurch aber auch ist den Menschen verlorengegangen das Bewußtsein ihres Zusammenhanges mit der geistigen und mit der Sternenwelt. Der Mensch früherer Zeiten wuißte eben, er hängt mir der Sternenwelt und hinter der Sternenwelt noch mit der geistigen Welt zusammen und ist aus diesen Welten zum irdischen Dasein heruntergestiegen. Der moderne Mensch sagt: Ich brauche zum Leben Fleisch und Gemüse und Eier. — Das sind alles Produkte der physischen Welt, mit denen wir es zu tun haben von der Geburt bis zum Tode. Glauben Sie nicht, daß ich Verachtung aussprechen will über diese Dinge; diese Dinge sind ja alle sehr gut und gehören zum Leben, das soll absolut anerkannt werden in seiner vollen Bedeutung. Aber ich will nur sagen, daß der alte Mensch wußte, er braucht zu diesem Leben nicht nur die Kraft der Erde, die im Rindvieh und im Kohl und im Ei liegt, sondern er braucht zu der Kraft zum Leben auch Jupiter und Venus und Saturn. Er hat gewußt: Wie ich hier auf der Erde Eier essen muß, so muß ich, wenn ich herabsteige aus der geistigen Welt, die Kraft des Jupiter und der Venus in mich aufgenommen haben, sonst könnte ich gar kein Erdenmensch sein. -— Wie sich der moderne Mensch verbunden fühlt mit der Erde und wie er die große Besorgnis hat: Was soll ich nur essen, damit ich einen gesunden Körper habe? -, so fühlte sich der alte Mensch gedrungen, ein Verhältnis zu den Sternen zu haben. Und er sagte sich: Wenn ich hier auf der Erde dieses oder jenes nicht kann, dann habe ich eben beim Herabsteigen zu den Sternen mich nicht richtig benommen und muß das beim nächsten Durchgang durch die Zeit zwischen dem Tode und einer neuen Geburt korrigieren. — Also der Mensch entwickelte in alten Zeiten etwas für das Leben, was man nennen kann: eine spirituelle Diät. Es gab in den alten Mysterien Führer und Leiter, die waren so etwas Ähnliches, wie der moderne Arzt ist. Aber der moderne Arzt gibt nur Anweisungen über den Körper. Das ist ja ganz selbstverständlich und soll auch nicht gescholten werden. Aber die alten Führer in den Mysterien, die in dieser Beziehung auch Ärzte waren, gaben Anweisungen darüber, wie man, wenn man unter diesen oder jenen Gebrechen litt, sein Verhältnis zur Venus oder zum Saturn zu verbessern hatte. Das bestand dann darin, daß sie den Leuten gewisse seelische Anweisungen gaben. Sagen wir zum Beispiel, solch ein alter Arzt in den Mysterien fand: Der Mensch, der Heilung bei ihm suchte, hat eine zu starke Anziehung zu seinem physischen Leib; dieser ist ihm nicht genug Kleid bloß, sondern er lebt zu stark mit seinem physischen Leib. — So ungefähr, wie wenn ein Mensch der heutigen Zeit immer in seinen Kleidern schliefe, so kam einem solchen Arzt ein Mensch vor, der ein gewisses Gebrechen hatte, wodurch er stark an seinen physischen Leib gebunden war. Dann sagte ein solcher Arzt zu einem solchen Kranken: Versuche, wenn des Abends der Vollmond aufgeht, dich ein wenig zu ergehen im Vollmonde, und während du dich ergehst, dies oder jenes Mantram zu sagen.
Cite:
GA 218/1922-11-12/p015 · edition original