Exakte Erkenntnis Der Übersinnlichen Welten Im Sinne Der Anthroposophischen Geisteswissenschaft
Man nehme eine solche Aussage nicht allzu leicht. Man bedenke, daß der Mensch alles das, wodurch er sich selbst ein Dasein zuschreibt, seinem Miterleben mit der Sinneswelt verdankt. Wenn der Mensch so weit kommt, daß er, ohne daß er sich auf die Eindrücke der Augen, der Ohren, auf die Eindrücke anderer Sinne verläßt, dennoch ein inneres Leben entwickelt, das nun innerlich intensiv ist, wie sonst nur das Leben der Sinne, ein inneres Leben, das nicht bloß in schattenhaften Gedanken lebt, sondern in innerlich lebendigen Gedanken, daß man die Gedanken so erlebt, wie man sonst nur die Sinneseindrücke erlebt, dann erlebt man allerdings ein zweites Dasein, dann erlebt man ein anderes Selbstbewußtsein. Man erlebt geradezu dasjenige, was ich nennen möchte: Aufwachen, nicht außerhalb des Leibes, sondern im Innern des Menschen zu einem Leben erwachen, trotzdem der physische Leib so ruhig und durch die Sinne so unempfänglich ist, wie er sonst nur im Schlafe ist.
Cite:
GA 218/1922-11-17/p009 · edition original