{"corpus":"steiner","locus":"GA 218/1922-12-04/p013","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Nun kommen wir zu einer außerordentlich subtilen Vorstellung. Denken Sie sich einmal, wir müssen mit unserem Ich und unserem astralischen Leib äußerlich unsere Taten noch einmal durchleben. Die Fähigkeit, das zu tun, eignen wir uns um so mehr an, je mehr wir Liebe entfalten können. Das ist das Geheimnis des Lebens in bezug auf die Liebe. Kann der Mensch in der Liebe wirklich aus sich herausgehen, gewissermaßen seinen Nächsten als sich selbst lieben, so lernt er das, was er im Schlafe braucht, um da voll ohne Qual zurückerleben zu können dasjenige, was er eben zurückerleben muß. Denn da muß er ganz außer sich sein. Ist der Mensch ein liebloses Wesen, dann gibt das eine Spannung, wenn er nun außer sich seine Taten, die er in Lieblosigkeit vollbracht hat, wiederum erleben soll. Das engt ihn ein. Lieblose Menschen schlafen, wenn ich mich bildhaft ausdrücken darf, engbrüstig. Und so wird, während wir schlafen, dasjenige eigentlich für uns Menschen recht fruchtbar, was wir durch die Liebe im Leben in uns hineinverpflanzen. Und in dem, was da sich entwickelt zwischen dem Einschlafen und dem Aufwachen — es geht ja hervor aus meiner gerade gegebenen Darstellung -, haben wir dasjenige, was durch die Pforte des Todes hinausgeht und dann da draußen weiterlebt in der geistigen Welt. Es verliert sich selbst in den Zuständen zwischen dem Tod und einer neuen Geburt das Zusammenleben mit den geistigen Wesen der höheren Welten; wir erringen es uns keimhaft wiederum während unseres Erdenlebens durch die Liebe. Denn die Liebe enthüllt ihren Sinn, wenn der Mensch mit seinem Ich und seinem astralischen Leib außerhalb seines physischen und Ätherleibes im Schlafe ist. Des Menschen Wesenheit wird weit zwischen dem Einschlafen und Aufwachen, wenn er liebevoll ist, und bereitet sich gut vor zu demjenigen, was nach dem Tode geschehen soll mit ihm. Des Menschen Wesenheit wird eng, wenn er lieblos ist, und bereitet sich schlecht vor für dasjenige, was nach dem Tode mit ihm geschehen soll. In der Liebe-Entfaltung liegt vorzugsweise das, was Keim ist für jenes Geschehen, das nach dem Tode sich abspielt.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Beziehung Des Erdenlebens Des Menschen Zum Leben Zwischen Tod Und Neuer Geburt","site_heading":null,"date":"1922-12-04","location":null,"word_count":341,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/218/1922-12-04/p013","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/218/1922-12-04/p013"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/218/1922-12-04/p013","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}