Die Erlebnisse Des Menschen Im Ätherischen Kosmos

GA 218/1922-12-07/p004 ·1922-12-07 · original (original)
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Sie wissen, daß sich der geisteswissenschaftlichen Betrachtung ergibt, wie das Menschenleben während des Erdendaseins in zwei zeitlich auseinanderliegende Teile zerfällt: in den vollbewußten Wachzustand und in den Schlafzustand. Sie wissen auch, daß während des Schlafzustandes jene Glieder der menschlichen Wesenheit, die wir bezeichnen als den physischen Leib, den ätherischen oder Bildekräfteleib, den astralischen Leib und das Ich, getrennt sind, so daß der Mensch gewissermaßen im physischen Dasein zurückläßt seinen physischen Leib und seinen ätherischen Leib, und daß er in seinem astralischen Leib und in seiner Ich-Wesenheit ein ihm unbewußtes Dasein zunächst führt außerhalb des physischen Leibes und des Ätherleibes. Wenn man zu höheren Erkenntnissen aufsteigt, so ist es ja nicht etwa so, daß man durch dieses Aufsteigen selbst, durch die Erkenntnis, für das menschliche Wesen etwas gewinnt, geradesowenig wie wir für unsere Verdauung dadurch etwas gewinnen, daß wir theoretisches Wissen über diese Verdauung haben, oder wie wir wenigstens nichts gewinnen für das unmittelbare Wesen der Verdauung, wie es in unserem normal organisierten Menschenwesen abläuft. Man kann schon sagen: Höhere Erkenntnis bringt nichts Neues in den Menschen herein. Das ist alles schon im Menschen, was die höhere Erkenntnis liefert. Aber es ist doch so, daß dasjenige, wovon man bestimmt sagen kann, daß es nichts Neues in den Menschen hineinbringt, auf dasjenige hinweist, was dem Menschen für das gewöhnliche Bewußtsein unbekannt bleibt, und was, indem es nicht nur erkannt wird, sondern indem es mit dem vollen Seeleninhalt, mit allen Seelenkräften erlebt wird, allerdings ein Höheres in das Menschenwesen dann hineinträgt: nicht die Erkenntnis als solche, sondern das Erleben dieser Erkenntnis.

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Cite: GA 218/1922-12-07/p004 · edition original