Die Erlebnisse des Menschen im ätherischen Kosmos

GA 218/1922-12-07/p015 ·1922-12-07 · original (original)
Record: unknown. How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.

Wenn wir vom Gesichtspunkte des Erdenlebens aus sprechen, so sind wir gewohnt, dasjenige einen Keim zu nennen, was anfangs klein ist und dann groß wird im physischen Sinne. Wenn wir das, was da der Mensch ausarbeitet zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, den Geistkeim des physischen Leibes nennen, so müssen wir sagen, dieser Geistkeim ist so groß wie das Weltall und wird dann, indem er durch das Embryonalleben des Menschen geht, eben «klein» im physischen Leben. In dem kleinen Menschenkeim steckt ein Abbild des großen Geistkeimes drinnen, der von dem Menschen im Zusammenhange mit den höheren Wesenheiten ausgearbeitet worden ist. So daß wir, indem wir schauend hineinblicken in die Welt, die der Mensch durchlebt zwischen Tod und neuer Geburt, eigentlich sehen, wie aus den Aufgaben des Makrokosmos heraus der Mikrokosmos, der menschliche Leib, in immer neuen Exemplaren geformt wird. Und das ist eine erhabenere Aufgabe als alle Kulturarbeit, die der Mensch zwischen Geburt und Tod verrichtet. Und das Leben, das der Mensch durchmacht, indem er also aus dem Weltenall heraus an dem Menschenkeim arbeitet, dieses Leben ist ein vielseitigeres, reichhaltigeres als das, welches wir hier auf der Erde verbringen, indem wir etwa Schuhe fabrizieren, Röcke machen, Kinder unterrichten, Staaten regieren und so weiter, ich könnte natürlich das Verzeichnis lange fortsetzen. Es muß eben durchaus derjenige, der die Welt durchschauen will, sich damit bekanntmachen, daß es etwas ungeheuer Erhabenes ist, den Menschen 19 leib, wie er hier im physischen Abbilde da ist, aus den Aufgaben des Weltalls heraus zu gestalten, und daß das Erleben dieses Gestaltens etwas Ungeheures, in bezug auf Erhabenheit, gar nicht mit dem zu Vergleichendes ist, was der Mensch hier vollbringt, wenn er auch die schätzbarsten Kulturprodukte des physischen Erdenlebens mitfabriziert.

Read this passage in another edition
DEoriginalENEnglish
Raw JSON: /v1/steiner/de/ga/218/1922-12-07/p015.json
Cite: GA 218/1922-12-07/p015 · edition original