Der Mensch Und Die Übersinnlichen Welten Hören, Sprechen, Singen, Gehen, Denken

GA 218/1922-12-09/p024 ·1922-12-09 · original (original)
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Das hat eine wichtige Konsequenz. Es gibt sehr viele Leute, die sagen: Nun ja, anthroposophische Geisteswissenschaft ist ja ganz hübsch, unterrichtet uns von den übersinnlichen Welten; aber wozu braucht man denn das zu wissen von den Erlebnissen zwischen dem Tode und einer neuen Geburt? Wenn man stirbt, kommt man ja doch in diese Welten, da wird man das ja noch rechtzeitig genug erfahren. Wozu braucht man sich anzustrengen zwischen der Geburt und dem Tode? Man kommt ja doch hinein. — Ja, meine lieben Freunde, die Sache ist aber nicht so. Denn das Zeitliche ist Realität. Wie hier in der physischen Welt das Räumliche Realität ist, so ist für die übersinnliche Welt das Zeitliche und sogar das Überzeitliche Realität. Hier steckt im späteren Leben der kindliche Mensch noch in Ihnen. Wenn Sie durch die Pforte des Todes gehen, steckt überhaupt die ganze Zeit in einem einzigen Augenblick in Ihnen, gehört zu Ihnen, zu Ihrer Organisation. Sie können, indem Sie Mensch hier im Raume sind, sagen: Wozu brauche ich denn ein Auge? Das Licht ist ja doch um mich herum. Das Auge hat ja weiter keine Bedeutung, als das Licht zu sehen; aber herum ist es doch um mich. — Ja, so redet der auf einem anderen Gebiet, der sagt: Wozu brauchen wir Geisteswissenschaft auf Erden? Wenn wir ins Geisterreich einziehen, ist ja doch das geistige Licht um uns herum. — Das ist geradeso gescheit, wie wenn einer sagt: Das Licht ist ohnedies da, wozu brauche ich ein Auge? — Was jemand durch anthroposophische Geisteswissenschaft erfährt, das ist ja dann nicht verloren, das ist dann das Auge, wodurch er das geistige Licht wahrnimmt. Und wenn er hier auf Erden in unserem jetzigen Stadium der Menschheitsentwickelung keine geistige Wissenschaft entwickelt, dann hat er kein Auge, durch das er die geistige Welt wahrnehmen kann, und er ist wie geblendet durch das, was er erlebt.

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Cite: GA 218/1922-12-09/p024 · edition original