III. Der Nachtmensch und der Tagesmensch. In Das Reine Denken Kann Das Ich-Wesen Hineingeschoben Werden

GA 221/1923-02-04/p012 ·1923-02-04 · original (original)
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Wenn Sie das im richtigen Sinne verstehen, dann werden Sie hinauskommen über all das, was oftmals gesagt wird gegen die Anthroposophie und das Verstehen der Anthroposophie. Man sagt: Ja, der Mensch, der nicht Anthroposoph ist, lernt heute etwas in der Welt. Das wird ihm bewiesen. Das kann er also verstehen, weil es ihm bewiesen wird. In der Anthroposophie werden bloß Behauptungen hingestellt, die unbewiesen bleiben - so sagt ja die Welt sehr häufig. Aber die Welt weiß nicht, wie es sich mit dem, was sie da für bewiesen hält, in Wirklichkeit verhält. Die Welt müßte eben darauf kommen, daß all die Naturgesetze, all die Gedanken, die sich der Mensch bildet aus der Welt heraus, daß die, wenn er sie richtig erlebt, etwas T'otes sind. Was ihm also bewiesen wird, ist etwas Totes. Er kann es nicht verstehen. Erst wenn man anfängt, dasjenige, was heute die gewöhnliche Weltanschauung ist, als etwas Totes zu empfinden, dann sagt man sich: Ich verstehe ja gerade das nicht, was mir bewiesen wird, so wie ich einen Leichnam nicht verstehe, weil er das Übriggebliebene ist von einem Lebendigen. Ich verstehe einen Leichnam nur, wenn ich weiß, inwiefern er vom Leben durchwellt war.

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