III. Der Nachtmensch und der Tagesmensch. In Das Reine Denken Kann Das Ich-Wesen Hineingeschoben Werden

GA 221/1923-02-04/p017 ·1923-02-04 · original (original)
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Es ist ganz merkwürdig, was für Ideen entstehen gerade an der Hand der anthroposophischen Bücher. Ich begreife diese Ideen, widerspreche ihnen oftmals nicht, weil sie für den einzelnen ihren Wert haben; aber nehmen wir zum Beispiel die «Geheimwissenschaft». Es sind Leute gekommen, die meinen, für diese «Geheimwissenschaft » von mir etwas tun zu können, wenn sie die ganze «Geheimwissenschaft» malen, so daß sie in Bildern vor den Leuten stehen würde. Es ist diese Sehnsucht entstanden. Es sind sogar Proben davon geliefert worden. Ich habe nichts dagegen; wenn diese Proben gut sind, so kann man sie sogar bewundern, es ist ja ganz schön, solche Dinge zu machen. Aber aus welcher Sehnsucht gehen sie hervor? Sie gehen aus der Sehnsucht hervor, das Wichtigste, was an der «Geheimwissenschaft» entwickelt wird, wegzunehmen und vor den Menschen Bilder hinzustellen, die wieder Bretter sind. Denn worauf es ankommt, das ist - so wie unsere Sprache und wie das scheußliche Schreiben geworden ist, dieses furchtbare Schreiben oder gar das Druckenlassen -, das nun zu nehmen, wie es einmal ist, sich nicht aufzulehnen gegen das, was die Zivilisation gebracht hat, und das so zu nehmen, daß der Leser es auch sogleich überwinden kann, daß er sogleich herauskommt und nun die ganzen Bilder sich selber macht, die eingeflossen sind in die scheußliche Tinte, sie sich also selber erschafft. Je individueller jeder selber diese Bilder erschafft, desto besser ist es. Wenn das ihm ein anderer vorwegnimmt, so vermauert er ihm ja wiederum die Welt. Ich will ja nicht eine Philippika halten gegen die malerische Ausgestaltung dessen, was in der «Geheimwissenschaft» in Imaginationen dargestellt ist, selbstverständlich nicht, aber ich möchte nur auf das hinweisen, was als ein erlebendes Aufnehmen dieser Sache im Grunde genommen für jeden notwendig ist.

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